365 Tage Südafrika - Mein ganz persönlicher Traum wird wahr

~Das Leben ist wie ein Buch, wer nicht reist, ließt nur sehr wenig davon~

21Juli
2012

Nilpferde zum Frühstück

Halli Hallo,…

ich weiss ihr musstet mal wieder eine halbe Ewigkeit auf diesen Blogeintrag warten, aber die afrikanische Gelassenheit steckt mir leider schon zu sehr in den Knochen. Da wird aus einem “Morgen” schnell mal ein “naechste Woche” !!!

Aber nun ist er endlich fertig, ungekuerzt, in voller Laenge und vielfaeltiger als jeder  Andere, den ihr je von mir gelesen habt!  - Viel Spass!!!

Dieses Mal sind es die Winterferien ueber die ich euch berichte.

Mitte Juni schauten Meryem und ich in unseren kleinen Terminkalender und bemerkten, dass schon bald die naechsten Ferien anstehen wuerden. Wir wussten die Zeit wuerde wie im Fluge vergehen und so blieb uns kaum mehr Zeit unseren Urlaub zu planen. Aber schnell merkten wir, dass es bei einem Urlaub von Meryem und Lisa gar keiner grossen Planung bedarf. Wir fuhren in die Stadt zum Flughafen und mieteten uns ein Auto fuer knapp zwei Wochen, gingen in ein Internetcafe und druckten uns eine Route bei Googlemaps aus, von der wir dachten es in zwei Wochen schaffen zu koennen.

Um eine Unterkunft brauchten wir uns nicht zu erkundigen, wozu auch unnoetig Geld ausgeben, wenn wir doch ein Auto haben und es Tankstellen gibt, die ja nicht umsonst “Rast-Platz” genannt werden?!

Am Donnerstag, den 21. Juni packten wir unsere Rucksaecke und am morgen des Freitags nahmen wir das erste Taxi in die Stadt. Wieder fuhren wir zum Flughafen, dieses Mal allerdings um unseren Mietwagen abzuholen. Die nette Dame am Schalter fuegte unserem Vertrag noch eine Reifenversicherung bei, was sie beim letzten Mal vergessen hatte und so konnte es dann auch schon los gehen. Mit klopfendem Herzen gingen wir zum Parkplatz. Was wir wohl fuer ein Auto bekommen wuerden???

Am Liebsten waere uns natuerlich ein Capriolet gewesen, aber den Gedanken hatten wir schon ueber Bord geworfen, als wir einige Tage zuvor um den Guenstigsten gebeten hatten.

So standen wir also vor einem kleinem, silbernen Opel und konnten schon den Fahrtwind in den Haaren spueren, wenn auch nur bei offenem Fenster und nicht bei offenem Dach. Das machte uns gar nichts und auf gings zum naechstgelegenem Supermarkt, um noch einige Besorgungen zu machen. Meryem fuhr und gerade als ich sagen wollte: “Du faehrst ziemlich weit links…!!!”, da war es auch schon passiert. Unser linker Hinterreifen rammte den hohen Kantstein. Mit klopfendem Herzen, zittrigen Haenden und weichen Knien bahnten wir uns unseren weiteren Weg durch den Stadtverkehr, der absolut nicht mit dem deutschen zu vergleichen ist. Man koennte meinen, Vehrkehrsschilder wuerden auf der Strasse, die sie durch die Windschutzscheibe sehen, nicht existieren und alle fahren sie ganz nach dem Motto: “Ich blinke nicht, denn es geht keinen etwas an wohin ich fahre!” Ein Chaos schlecht hin,…

An jeder Ampel, an der wir hielten wurden wir auf unseren linken Hinterreifen aufmerksam gemacht. Meryem und ich konnten absolut nicht verstehen, warum jeder Fahrer hupte und wild mit den Armen  wedelte und auf den Reifen zeigte. Wir hatten doch geguckt und es war doch alles gut, wenn auch die Radkappe etwas schief am Reifen hing und drohte abzufallen. Wir dachten uns, dass koennten wir noch frueh genug in Ordnung bringen, denn jetzt stand erstmal das Einkaufen im Vordergrund.

Bei jedem weiteren wildhupendem Fahrer, laechelte ich also nur noch ganz gelassen und streckte ihnen meinem Daumen entgegen. Den besorgten Blick in den Seitenspiegel sparte ich mir.

Auf dem Parkplatz des Supermarktes schauten wir nochmal genauer nach und unser technisch geschultes Frauenauge konnte nun Weiss Gott nichts Besorgniseregendes entdecken. Also fuhren wir auf die Autobahn nach Hause, um unser Gepaeck einzuladen. Meryem meinte, das Auto wuerde staendig in eine Richtung ziehen, aber auch ein weiterer Blick auf den Reifen stellte lediglich fest, dass wir unterwegs die Radkappe verloren hatten, mehr aber auch nicht.

Wir bogen auf die Sandstrasse ein, die durch die Doerfer zu uns nach Hause fuehrt. Ein weiterer Blick in den Seitenspiegel und nun konnte auch ich eine Veraenderung erkennen. War der Reifen etwa platt?! Meryem hielt an und wir schauten nochmal genauer,… Wir hatten tatsaechlich einen Platten und das nach nur etwa zwei Stunden, die wir das Auto ueberhaupt besassen. Wir fragten uns, was da wohl noch alles kommen wuerde. Im Schritttempo fuhren wir weiter und hielten bei einem kleinem Shop im nahegelgenem Dorf. Zwei junge Maenner, die in der Mittagssonne gerade ein Bier genossen,  konnten unser Problem schon von Weitem erkennen, waehrend ich den Reifen fast mit der Nasenspitze beruehren musste, um zu sehen, dass da irgendetwas nicht in Ordnung war. Gegen den Tausch von Zigaretten war der Reifen schnell von den Beiden gewechselt.

Zu Hause, packten wir alles ein und los gings. Mit der besten Laune, einem Haufen Decken, ein bisschen was zum Anziehen und Essen und umso mehr Musik…

Nun sassen wir also in unserem kleinem, vom Bass vibrierendem Auto. Meryem war am Fahren und ich war dabei die Karte von Googlemaps zu lesen. Wir haetten uns die vielleicht mal vorher anschauen sollen, denn mit der Beschreibung “Folgen sie der [Strasse unbekannt]” konnten wir nicht allzu viel anfangen. Aber wir bahnten uns unseren Weg und so hatten wir die Provinz Limpopo schnell verlassen und fuhren durch Mmpumalanga. In den spaeten Abendstunden erreichten wir einen kleinen Ort namens Graskop. Graskop hat eine wunderschoene Tankstelle und so entschieden wir uns, diese direkt zu unserem Schlafplatz zu machen. Wir kramten unseren Schlafanzug und unsere Kulturtasche aus dem Kofferraum und gingen zu der Toilette. Was andere denken ist uns ja schon lange egal und so verliesen wir die Toilette in Schlafanzug, dicken Wollsocken, Handschuhen und Pudelmuetze. Wir wussten ja, dass es dort wo wir schlafen wuerden kalt wird. Den fragenden Blicken anderer zu urteilen, wussten die davon anscheinend nichts und wunderten sich eher ueber unseren Aufzug. Wir verkrochen uns also in unserem Auto, welches wir auf dem Hinterhof der Tankstelle unter einer Laterne geparkt hatten.  Wir kurbelten die Sitze ganz nach Hinten und fielen schnell in einen kalten, aber einigermassen ruhigen Schlaf.

Tankstelle GraskopKalt, aber gemuetlich

Morgens um fuenf war die Nacht fuer uns zu Ende, denn wir wollten den Sonnenaufgang geniesen. So kauften wir uns noch schnell einen heissen Kaffee, um unsere eingefrorenen Glieder wieder aufzutauen und machten uns auf den Weg zum “Gods Window”. Angekommen bahnten wir uns zu Fuss den Weg durch einen Regenwald und genossen am Ende den atemberaubendem Sonnenaufgang Afrikas, mit den unbeschreiblichen Weiten des Landes zu unseren Fuessen. - Seht selbst!

Auf in den Regenwald!!!TarzaaaaaannnnDie naturverbundene Meryem...!!! Seht ihr den Gorilla im Hintergrund?Gods WindowGigantischer SonnenaufgangIch erobere die Welt

Auf einer Karte der Umgebung hatten wir entdeckt, dass es viele Wasserfaelle gibt. So entschlossen wir uns also, einen davon anzuschauen.

Nach einigem Fragen fanden wir den kleinen Schleichweg, der durch einen Wald zu dem besagten Wasserfall fuehren wuerde. Bei Blick auf den Schotterweg, entschieden wir uns allerdings gegen einen zweiten platten Reifen und liessen das Auto einfach mitten auf dem Weg stehen. Meryem schrieb kurzerhand einen Zettel, den wir unter den Sheibenwischer klemmten.

Der Wasserfall war nicht so ganz das was wir uns vorgestellt hatten. Aber wahrscheinlich hatten wir mit einem Wasserfall wie die Niagarafaelle ein bisschen zu viel erwartet.

Die kleine Variante der Niagarafaelle

So kehrten wir schnell um und machten uns auf den Weg Richtung Krueger National Park, unserem naechsten Ziel.

Auf dem Weg dorthin hielten wir noch in einem traditionellem Schanganendorf.

Zur Mittagssonne erreichten wir den Nationalpark. Wir standen in der Schlange an der Rezeption, um uns anzumelden. Hinter uns stand eine kurbulente, weisse Frau mit einem muerrischen Blick die uns unentwegt anstarrte und unsere leeren Haende betrachtete. Sie fragte uns, mit einem aufgesetztem Laecheln, wo im Park wir den uebernachten wuerden und wir entgegneten mit einem skeptischen Blick, dass wir es noch nicht wuessten. Natuerlich wussten wir, dass wir im Auto uebernachten wuerden, aber das musste sie ja nun nicht unbedingt wissen. Man koennte allerdings meinen, sie haette es geahnt. Denn mit einem herablassenedem Seufzer fing  sie an in ihrer Mappe zu blaettern, von der wir wussten, dass diese Mappe gefuellt ist mit einer kompletten Durchstrukturierung ihres Traumurlaubs mit ihrem Mann, der nun dazu trat. Kniestruempfe, Wanderschuhe, beiche Hose, beiches T-shirt, Fernglas um Hals und Tarncap auf dem Kopf. Ich schaute an mir hinunter und fuehlte mich einen kleinen Moment etwas unvorbereitet, aber dann sagte ich zu mir selbst, dass euer Trip durch den Nationalpark, ohne Tarnverkleidung, ohne festgelegte Route und ohne Reservierung einer Unterkunft spannender wird als deren Spiesserurlaub. Und hey, ein Fernglas haben wir auch…

Nur damit ihr wisst, wovon ich spreche, also der Krueger Nationalpark ist einer der vierzehn grossen Naturreservate der Welt. Das Wildreservat beschuetzt eine reiche Vielfalt an Tieren, Voegeln und Pflanzen, die hier als wertvolles Erbe Suedafrikas erhalten werden. Der Kruegerpark ist 380 km lang und im Durchschnitt etwa 60 km breit, also etwa 20 000 Quadratkilometer unberuehrtes Afrika, welches wir jetzt zu einem Teil im Sueden durchquerten. Wir waren gerade mal fuenf Minuten unterwegs, da entdeckten wir am Strassenrand einige Springboecke. Wie gebannt hielten wir an und machten Fotos, waehrend andere mit fuenfzig Stundenkilometern an uns vorbei donnerten. Zu dem Zeitpunkt wussten wir halt noch nicht, dass es im Park 150 000 Springboecke gibt und man sie beinahe ueberall entdecken kann, daher war es fuer uns eine Sensation.

Einige Kilometer weiter entdeckten wir einen Gelbschnabeltoko.

Gelbschnabeltoko

Schon an unserem ersten Tag hatten wir maechtiges Glueck, denn an diesem Nachmittag sahen wir Zebras, Elefanten und Giraffen. Jedes dieser Tiere ueberquerte vor unserer Nase die Sandstrasse und posierte fuer uns, damit wir die schoensten Bilder haben wuerden.

Leider war es dort schon daemmerig

Als wir die Elefantenkuh zu unserer Rechten entdeckten, wussten wir nicht dass hinter ihr in den Bueschen ihr Baby wartete. Doch wir begriffen schnell, als sie einen Schritt auf uns zumachte, wild mit den Ohren zu schlackern begann und angriffslustige Geraeusche von sich gab. Wir erstarrt, sie wuerde uns zertrampeln, brauchten wir einen Moment um uns zu entscheiden wo wir hinfahren sollten. Wir fuhren mit etwa zwei kmh weiter gerade aus und erst als sie einige Meter hinter uns lag, trauten wir uns wieder zu atmen und uns nicht mehr nur im Fluesterton zu unterhalten.

Die Elefantenkuh zu unserer Rechten

Im Kruegerpark gibt es mehrere Camps, in denen es Restaurants und Toiletten gibt. Natuerlich auch Unterkuenfte, von denen wir uns aber keine haetten leisten koennen. Wir ueberlegten uns auf einem der Parkplaetze dieser Camps zu uebernachten und so machten wir uns in den Abendstunden auf zum Lower Sabie Camp. Unser Problem war nur leider, dass um halb sechs die Tore des Camps geschlossen wuerden.

Aber Meryem hatte schon einen Plan B:

 

Meryem: Falls das Tor schon zu ist, stellen wir uns einfach irgendwo in die Wildnis und hoffen das    uns kein Elefant uebersieht.

Lisa:          Well, unser Auto waere eh nu ein Elefanten-Turnschuh!

 

Diese Theorie beunruhigte sie etwas:

 

17:22 Uhr  - aktuelle Fahrtgeschwindigkeit: 30km/h

 

Meryem: Lisa, wenn wir noch rein kommen wollen, dann muessen wir uns etwas beeilen.

Lisa:          Okay, dann fahre ich jetzt 40!

 

Natuerlich waren wir auch mit 40km/h nicht rechtzeitig da, aber wir sind da ja ganz entspannt und diskutierten erst einmal einen Moment mit der Security:

 

Ankunft Lower Sabie, 17:51 Uhr

 

Security: Hello mam, you’re late. The gate closes at half past five.

Lisa:          So,… what does that mean?

Security: I will charge you. Drive forward please. I will come back to you.

                   Here mam, can you sign please.

# Lisa dabei zu unterschreiben

Meryem: Häää, du unterschreibst GAR NICHTS! Frag erstmal was das kostet.

Lisa:          How much is the penalty?

Security:  Actually its fine mam. Where is your accommodation?

Lisa:          We don’t have.

Security:  ääm, and then?

Meryem: We will sleep in the car.

Security:  In the car??? Really???

Lisa:          Why not??

Security:  Well, I don’t think that they will allow you.

# Lisa ist dabei etwas rueckwaerts zu fahren

Security: Come mam, I will drive you!!!

Lisa:          You just drive me crazy!!!

Security: Will you find the reception?

Lisa:          We will.

Security:  Are you sure?

Lisa:         We found the Elephants, the Giraffes,… I am sure we will find the reception!!!

 

Kurze Zeit spaeter erreichten wir den Parkplatz und er eignete sie praechtig zum uebernachten. Und er lud geradezu dazu ein ein Picknick zu machen. Denn es war keine Menschenseele dort, ausser uns zwein und die Geraeusche von Wildschweinen und Nilpferden. Wir breiteten unsere Decke neben dem Auto aus und tranken ,in der unberuehrten Natur im Nationalpark, unseren Rotwein aus zwei alten Pappkaffeebechern.

Mitten in der unberuehrten Wildnis

Bei Kerzenschein unterhielten wir uns eine Ewigkeit und genossen unseren Urlaub. Spaeter begaben wir uns auf die Suche nach einer Steckdose, denn Handy- und Kameraakkus waren restlos leer.

Bevor es aber auf die Suche nach einer Steckdose gehen konnte, waren wir auf der Suche nach dem Adapter!

Lisa:             Minik, wo ist der Adapter?

Meryem:   In der Tuete.

Lisa:             In der Muelltuete?

Meryem:   Jep,…

Lisa:             Die, die ich vorhin ausgeleert habe???!!!???

Meryem:   Ich denke,…

# Hastige Schritte zum Container…

… zum Glueck war der Container so voll, dass er oben auf lag.

 

Auf der Toilette wurden wir fuendig. So sassen wir also unter den Waschbaecken und warteten darauf, dass das Licht der Akkus aufhoeren wuerde zu blinken.  Spaet nach Mitternacht fielen wir totmuede in unsere “gemuetliche” Schlafstaette. Das einzige was ich noch hoerte war Meryems Stimme, die sagte: “ Lisa, du hast noch genau vier einhalb Stunden Schlaf, wenn du JETZT sofort einschlaefst.” Fest drueckte ich die Augen zu und versuchte SOFORT einzuschlafen.

Ich habe keine Ahnung, wann ich eingeschlafen bin, aber ich fuehlte mich am Morgen top fit. Wir machten uns auf zum Waschen. Fuer mich war es an der Zeit meine Haare zu waschen und so wusch ich mir in den Waschbecken, der oeffentlichen DamenToilette, die Haare und trocknete sie anschliessend unterm Haendetrockner.

Das Lower Sabie Camp brachte erst unter den ersten Sonnenstrahlen seine volle Schoenheit zum Vorschein. Bisher hatten wir es nur bei Dunkelheit erkunden koennen. Nun stand die Sonne knapp ueber dem Horizont und begruesste uns, waehrend wir sie bei einem Kaffee bewunderten.

Unser allerliebstes Lieblingsbild

Wir konnten gar nicht glauben, dass wir diesen Anblick geniessen durften, ohne auch nur einen Cent gezahlt zu haben.

Das Camp liegt an dem Sabie-Fluss und dort sassen wir, waehrend sich Flusspferde und Krokodile im Fluss tummelten. Leider luckten sie nur manchmal aus dem Wasser hervor.

Diese Momente versuchten wir natuerlich mit unserer Kamera einzufangen. Der Zoom reichte nur leider nicht aus. Aber so schnell geben wir ja bekanntlich nicht auf und Not macht ebenso gut erfinderisch. Also hielten wir die Linse der Kamera an unser Fernglas und fotografierten…

Nach diesem wundervollem Anblick, fuhren wir den ganzen Tag durch den Nationalpark und entdeckten so einiges. Was bei unserer Geschwindikgeit auch zu erwarten war. Man konnte es kaum mehr fahren nennen, wir sind eher noch geschlichen.

Einer von uns stieg immer aus dem Fenster um Tiere zu suchen

Aber unsere Geduld zahlte sich aus und so sahen wir Bueffel,Krokodile, Nashoerner, Wildschweine und Affen.

TermitenhuegelNa seht ihr, was wir entdeckt haben?

Wir haben auch einen Loewen  gesehen, an der anderen Uferseite einer Wasserstelle, doch leider auch fuer  unsere “Kamera-Fernglas-Kombi” zu weit weg.

Somit hatten wir also alles gesehen und zufrieden verliesen wir am Abend den Park. Unser naechstes Ziel war der Grenzuebergang von Suedafrika nach Swaziland. Swaziland ist ein eigenes Koenigreich, in Mitten Suedafrikas. Auch fuer diese Strecke half unsere Karte kaum und so verschwand sie wieder im Handschuhfach. Wir fragten uns bis zur Grenze durch. Dort angekommen, standen wir vor verschlossenen Toren. Wir waren eine halbe Stunde zu spaet und das Land war geschlossen wie ein Supermarkt. Dieses Mal hat auch kein flehnder Blick geholfen, wir mussten an der Grenze uebernachten. Zu uns gesellte sich ein weiterer Zuspaetkommer. Wir ernteten einige verblueffte Blicke, als wir wie gekonnt unser Nachtlager einrichteten, uns nach einer Toilette erkundigten und mit Schlafanzug, dicken Wollsocken, Handschuhen und Pudelmuetze in unser Auto stiegen. Gerne haben wir natuerlich mit zwein unserer sechs Decken ausgeholfen und am naechsten Morgen auch gerne eine unserer sechs Klopapierrollen abgegeben.

Uebernachtung an der Grenze

Nun konnte es endlich weiter gehen. Vor uns lag die komplette Durchquerung von Swaziland. Wir genossen die Landschaft und die Kultur, die uns ganz anders erschien und erreichten am fruehen Vormittag die Haupstadt, Manzini. Wir liessen unser Auto stehen und gingen in ein kleines Lokal, um zu fruehstuecken. Wir hatten beinahe bestellt, da faellt uns auf, dass dieses Land eine ganz andere Waehrung hat. Damit hatten wir nun gar nicht gerechnet und die Kellnerin erntete einen verwirrten Blick von uns. Zum Glueck stellte sich heraus, dass es auch moeglich war in Rand zu zahlen. - Glueck gehabt, denn wir waren ziemlich hungrig.

Nach einem leckeren Fruehstueck waren wir wieder unterwegs. Am Nachmittag, als wir auf einer Landstrasse anhielten, um ein Foto von einer Rundhuette zu machen, wie sie in Swaziland haeufig vorkamen, standen zwei Kinder an unserem Fenster. Man merkte ihr Englisch war schlecht und mit den wenigen Worten, die sie kannten, fragten sie uns nach etwas Geld und Suessem. Ich brauche nicht zu beschreiben, wie arm die Kinder waren. Denn wenn ich jetzt auf das Foto schaue, fehlen mir erneut die Worte.

Wir gaben ihnen eine Packung Kekse und ein bisschen Geld. Wir wissen, dass sie das Geld den Eltern geben werden. Bei den Suessigkeiten haben sie wahrscheinlich das einizige Mal an diesem Tag, einfach nur an sich gedacht.

Hier noch ein paar Bilder aus Swaziland:

Unterwegs haben wir Kinder mit genommen, die per Anhalter gefahren sind

Am fruehen Abend sind wir aus Swaziland ausgereist und wir steckten uns ein neues Ziel. Wir wollten noch vor 22 Uhr Durban erreichen.  Dank dem Fahrstil von Meryem, erreichten wir Durban bereits um zwanzig Uhr. Wir hielten an einer Tankstelle, um nach der Partymeile Durbans zu fragen. Zunaechst gingen wir hinein und schauten uns nach soetwas wie einem Stadtplan um, ein Mitarbeiter bot uns allerdings schnell seine Hilfe an und beschrieb uns den Weg.

Wir kamen auf der Strasse an, auf der sich links und rechts Bars und Restaurants tummelten. Was wir nun noch brauchten war eine Tankstelle, an der wir unser Auto sicher abstellen konnten, auf die wir zurueck kehren konnten, wenn wir muede waren und die eine Toilette haette, auf der wir uns Fertig machen konnten. Das waren eindeutig zu viele Ansprueche an eine Tankstelle, die wir da stellten. Nachdem wir unzaehlige Male die Strasse auf und ab gefahren sind und diskutiert haben, haben wir uns dann doch fuer die Shelltankstelle entschieden.

An der Kasse fragten wir nach dem Schluessel von der Toilette und erzaehlten, wir wuerden von sehr weit herkommen und es koennte einen Moment dauern, da wir uns ein wenig frisch machen wollen. Mit dieser Begruendung verschwanden wir also fuer eine halbe Ewigkeit auf der Toilette, zogen uns um, wuschen Haare und schminkten uns. Gegen elf Uhr waren wir dann auf der Suche nach der naechsten Party. Das gestaltete sich ungefaehr genauso schwierig wie das Finden einer Tankstelle, denn es war ein Dienstag. Nichtsdestotrotz machten wir das Beste draus und hatten in einer angesagten Lounge einigen Spass.

Frueh morgens sind wir wieder aufgebrochen. Wir entschieden uns uns wieder auf den Weg nach Hause zu machen. In Durban gab es nicht allzu viel zu sehen und damit stand die Entscheidung fest . - Auf Richtung Johannesburg.

Die Sonne ging gerade auf, da war der Tank leer.

Weit und Breit keine Tankstelle in Sicht. Mit der Suche nach Tankstellen kannten wir uns ja eigentlich aus, aber diesesmal  konnten wir uns selbst leider nicht mehr helfen.  Aber wir waren guter Dinge und sind auch sonst nie aus der Ruhe zu kriegen, wir nahmen unsere Decken und stellten uns an die Schnellstrasse. Es hatte in der Nacht zuvor gefrohren und die Kaelte Kroch eisig unter die Decken. Viel brauche ich nicht zu erzaehlen. Denn Meryem hat ein aussagekraeftiges Videos von unserer Notsituation gemacht.

Nachdem dieser LKW also fuer uns angehalten hatte, waren der LKW-Fahrer und ich wie verrueckt auf der Suche nach dem Ring, an dem man das Abschleppseil befestigt. Ich hatte sowieso von Nichts eine Ahnung und war er Beistand als Hilfe. Letzlich entschieden wir uns dafuer, dass Abschleppseil an der Stosstange zu befestigen. Wir fuhren los. Besser gesagt, der LKW fuhr los. Man wuerde vielleicht erwarten, der LKW wuerde die Stosstange abreisen, aber es kam anders! - Das Abschleppseil riss. Und nun standen wir wieder dort. Wieder im Nichts und auch jetzt war noch keine Tankstelle in Sicht. Hupen und Blinken hatte nicht geholfen, der LKW hatte uns nicht gesehen und so rollten wir sachte zurueck, ehe wir erneut im Nirgendwo zum Stehen kamen.

Nach einigen weiteren Anlaufversuchen, haelt ein freundlicher alter Mann mit seinem alten Mercedes, der sich dazu bereit erklaert es nocheinmal zu versuchen. Er nahm uns mit. Meryem wurde waehrend dessen ziemlich muede. Wir waren ja auch die ganze Nacht unterwegs gewesen. Nichts ist besser als einander zu Vertrauen, also legte sie sich schlafen und ich lenkte vom Beifahrersitz, waehrend wir abgeschleppt wurden. Einzige Abmachung: “Wenn ich schreie, drueckst du die Bremse!!!!” So wurde es gemacht und wir erreichten die Tankstelle.

Von dort an uebernahm ich natuerlich und am spaeten Nachmittag erreichten wir zu Hause.

Der Urlaub war besser, als wir es uns je haetten ausmalen koennen. Und auch wenn ihr euch jetzt vielleicht fragt fuer was wir denn zwei Wochen das Auto gemietet haben?! - Wir wissen es auch nicht, aber ihr wisst ja Planung war noch nie unsere Staerke…

Mit den allerliebsten Gruessen

Meryem und Lisa

16Juni
2012

Besser diese Ueberschrift, als keine Ueberschrift...

Hallo alle Zusammen,

 

ich weiss ich bin eine treulose Tomate und ihr duerft es mir auch gerne alle uebel nehmen, dass ich mich wiedermal so lange nicht gemeldet habe und leider, leider wird auch dieser Beitrag nur sehr kurz.

 

ABER,... ich verspreche euch dass ich mich nach meinem Urlaub ausfuehrlich bei euch melden werde!

So viel sollt ihr schonmal wissen, das Auto ist gemietet und die Route ausgedruckt... - Es wird spannend! Freitag gehts los...

 

Allerliebste Gruesse,

macht euch keine Sorgen ich bin zeitlich nur ziemlich im Stress momentan!

Fuehlt euch gedrueckt!

Eure Lisi

13Mai
2012

Alles Liebe zum Muttertag, Mama!!!

 

 

Eine Mutter ist der einzige Mensch auf der Welt,

der dich schon liebt, bevor er dich kennt !!!

 

Mama,

ich wuensche dir alles, alles Liebe und Gute zum Muttertag.

Noch ein Tag in diesem Jahr, an dem ich nicht bei dir sein kann...

aber ich trage dich immer in meinem Herzen und habe dich stets in meinen Gedanken, egal wo auf der Welt ich auch bin!!!

Mama, nicht mehr lange und wir haben uns wieder,...

ich vermisse dich sehr und wuenschte dich jetzt ganz fest in den Arm nehmen zu koennen, damit du spuerst wie sehr ich dich lieb hab...

Aber diese Umarmung bekommst du, wenn ich im September am Hamburger Flughafen in deine Arme stuerme.

Mama, ich Liebe Dich!!!

Deine Tochter

21April
2012

Unser Maerchenprince

Hallo ihr Lieben daheim,…

Der Urlaub ist vorbei und Meryem und ich haben am Montagmorgen mit neuer Energie die Arbeit gestartet.

Der Urlaub war super, doch ehe ich davon erzaehle, habe ich noch ein bisschen aus den Wochen vor unserem Urlaub zu berichten.

An einem bisher ruhigen Freitag, kamen die Kinder am Nachmittag aufgeregt zu uns gelaufen.

Sie hielten etwas tropfend nasses in den Haenden und vom Bett aus fiel es mir schwer es zu deuten.Mein erster Gedanke war, dass sie uns wieder einen toten Vogel gebracht haben, wie sie es nicht selten tun.Aber dann konnte ich sehen, wie es sich bewegte und atmete. Meryem sagte: “ Oh schau Lisa, ein nasses Eichhoernchen, die Kinder haben es aus dem Wassertank gerettet!!!” Und nun konnte ich es auch erkennen.Ein kleines Eichhoernchenjunges, das gerade mal unsere Handflaeche fuellte. Es zitterte am ganzen Koerper, vor Angst und vor Kaelte. Die Kinder sammelten eilig Blaetter und Gras und fuellten einen alten Schuhkarton und schafften dem Kleinen ein liebevolles zu Hause. Wir stellten den Schuhkarton in die Sonne, doch die Abendsonne war bereits zu schwach um den Kleinen warm zu halten und so haben wir ihn auf niedriger Stufe trocken gefoehnt. Es brachte dem Foehn nicht allzu viel Vertrauen entgegen und zog es auch vor, sich lieber in der kuscheligen Strickjacke von Meryem zu verkrichen.Aber nach einer Weile, sah es wieder aus wie ein richtiges, plueschiges Eichhoernchen. Meryem klappte das Ende ihrer Strickjacke hoch und nachdem “Aqua”, wie wir ihn liebevoll getauft hatten, in dieser gemuetlichen Nische ein Nickerchen gehalten hatte und sich mit Muesli vollgefuttert hatte, setzten wir ihn am Abend auf den Baum vor unserem Haus und warteten bis es im Gewirr der Aeste verschwunden war.

Triefend nass, das arme Ding

Am darauf folgenden Sonntag, sind Meryem und ich wieder zu unserem flachen Stein in den Bergen gewandert, um ein bisschen zu entspannen und einmal ohne tausend Kinderstimmen im Hintergrund Musik zu hoeren und ein bisschen Sonne zu tanken. Auf unserem Weg dorthin haben wir einen Schimmelhengst im Schatten einiger Baeume stehen sehen. Es war wie im Maerchen, wie er dort stand und uns mit traurigen Augen anschaute. Wir trauten uns naeher heran und sahen wie verkommen dieses Tier tatsaechlich war. Es hatte nur noch ein Ohr und am ganzen Koerper offene Wunden. Die Hufe am rechten Hinterbein war bereits ueberwachsen und nach hinten gebrochen, sodass jeder Schritt quaelende Schmerzen zu sein schienen. In den Wunden hatten sich bereits tausende von Maden eingenistet und Scharen von Fliegen schwirrten um sie herum. Ausserdem konnt es nur noch auf einem Auge sehen. - Ein wirklich herzzerreissender Anblick, uns kullerten die Traenen.

Wir liefen eilig zurueck nach Hause und besorgten Wasser, sowie Aepfel. Wir kamen zurueck und es dauerte eine Weile bis es zu den Aepfeln in unserer Hand Vertrauen fasste. Doch der verlockende Duft ueberzeugte zuletzt. Die Aepfel waren schnell weg und das frische Gras, welches wir auf dem Weg gerupft hatten, ebenso. Wir gingen wie geplant zu unserem Stein und beschlossen am naechsten Tag wieder zu kommen. In der Zwischenzeit kuemmerten wir uns um Hilfsorganisationen. Wir konnten die Telefonnummern, des SPCA in Polokwane und Mokopane, mit Hilfe von Papa, ausfuendig machen. Doch da es ein Sonntag war, konnten wir dort leider niemanden mehr erreichen. Am naechsten Nachmittag, direkt nach Schulschluss machten wir uns wieder mit frischem Wasser uns reichlich Aepfeln auf den Weg.  -  Doch das Pferd war weg… Nur noch die leere Wasserschuessel vom Vortag stand im Schatten der Baeume .

- Wo es nur sein mag?!

 

Inzwischen war es schon kurz vor den Osterferien und wir bereiteten uns auf unseren Urlaub vor. Mit kepackten Rucksaecken, Taschen und Koffern ging es am 30. Maerz mit dem Taxi nach Johannesburg. Von dort nahmen wir am spaeten Abend den Bus nach Kapstadt. Dieser Bus kam nur leider schon zwei Stunden zu spaet, sodas wir diese Reise mit reichlich Verspaetung starteten.In Kapstadt angekommen, wartete bereits Bob auf uns. Ein Zahnmedizinstudent, den wir bereits bei unserem Kapstadtbesuch im Januar kennengelernt hatten.

Kurze-Zwischen-Story bevor es weiter geht:

Nachdem wir angekommen sind, mussten Meryem und ich dringend auf Toilette. Da die Damentoilette verschlossen war, mussten wir auf die Herrentoilette ausweichen. Wir schlossen uns auf der Herren-Behinderten-Toilette ein.Als wir fertig waren, konnten wir die Tuer nicht mehr oeffnen. Wir bekamen Panik, drueckten gegen die Tuer und fingen an zu schreien. Dann kam  ein  junger schwarzer Mann, der von Aussen an der Tuer zog. Was er sah, als die Tuer endlich oeffnete waren zwei weisse Frauen mit tausenden Gepaeckstuecken, die kichernd und ohne Scham aus der Maennertoilette spazierten. - Was der wohl dachte?!

Naja,… aufjeden Fall hat uns Bob in Empfang genommen und gemeinsam sind wir mit dem Taxi nach Stellenbosch gefahren. Wir nahmen Meryem vorerst mit, da ihre Wohngelegenheit sie erst am Abend empfangen sollte.

Vielleicht haette ich mich vor dem Urlaub erkundigen sollen, wo der gute Bob wohnt, als ich mich auf die Suche nach einer Bleibe begeben hatte. Denn Kapstadt ist nicht gleich Kpastadt und so fuhren wir eine gute dreiviertel Stunde, bis wir endlich bei ihm zu Hause angekommen waren. Ziemlich weit weg, weit von der Innenstadt und von Meryems Bleibe sowieso, dabei wollten wir den Urlaub doch zum groessten Teil gemeinsam verbringen. Fuer mich stand also bereits fest, hier wirst du nicht bleiben.

Wir entspannten uns ein wenig und machten uns gegen Abend frisch, um unseren Urlaub zu starten. Wo fragt ihr euch?! - Natuerlich im MARVEL!!!Der Club, in dem wir bereits im Januar fuenf Naechte durchgefeiert hatten.Der Club, in dem wir keinen Einrtitt mehr zu zahlen haben. Der Club, von dem wir bereits Mitarbeiter T-shirts besitzen und der Club, in dem wir selbst fuer Getraenke nicht mehr aufkommen muessen.

Die Nacht verbrachten wir also in unserem Lieblings-Club und als dieser schloss, uebernachteten Meryem und ich jeweils bei unseren Wohngemeinschaften. Nachdem Meryem und ich am naechsten Tag telefonierten stand schnell fest, dass wir dort wo wir sind nicht bleiben wollen. Meine Unterkunft war definitiv zu weit weg und Meryems Wohnsituation verlangte ihr so einiges ab. Wir begaben uns auf die Suche, nach einem Oertchen fuer uns beide. Da bot sich schnell die WG vom DJ des Clubs an und noch am selben Tag zogen wir um. Von dort hatten wir aus dem 7. Stock eines Hochhauses einen der wohl Schoensten Blicke in ganz Kapstadt. Die gigantische Stadt am Meer, mit dem Tafelberg und dem Signalhill lagen zu unseren Fuessen.

Wir hatten einige tolle Tage und obwohl es diesemal nicht mehr allzu viel zu erleben gab, da wir ja schon eimal dort gewesen waren, ergriffen wir trotzalledem die offen stehenden Freizeitmoeglichkeiten und besuchten die Pinguine in Simon’s Town, lachten einen Abend viel im Kino zu “21 Jumb Street”, shoppten In Century City - dem groessten Einkaufszentrum Suedafrikas, genossen natuerlich die Moeglichkeiten auf der Long Street, die jede Nacht zur absoluten Partymeile wird, assen einen Abend in einem deutschen Restaurant Spaetzle und Schnitzel und bewunderten einst den atemberaubenden Sonnenuntergang vom Signalhill.

Auf dem Weg nach Simons Town Pingiiiieeeee Noch mehr Pingiiieeesss Der hat sich extra in Pose gestellt

Sonnenuntergang vom Signalhill Auf dem Signalhill... wen oder was ich auch immer gesehen habe, es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein und Meryem hats verpasst...!

Auf den Signalhill fuhren wir mit dem Taxi.Vermutlich mit dem aeltesten und zerbrechlichsten ganz Kapstadts.Wir dachten wir muessten jeden Moment aussteigen und das Taxi den Berg hochschieben. Er quaelte sich schon sehr und wir hatten nur Glueck, dass die Sonne nicht schon untergegangen war, als wir die Aussichtsplattform erreicht hatten. Denn nur knappe fuenf Minuten spaeter war die Sonne bereits verschwunden. Nichtsdestotrotz hatten wir genuegend Zeit den gigantischen, afrikanischen Sonnenball im Ozean verschwinden zu sehen.

Es ist nicht schwer sein Herz an diese Stadt zu verlieren.

Nun ist schon eine ganze Woche vergangen, in der wir wieder angefangen haben zu arbeiten.

Erst vorgestern erfuellte sich eine Mission, der wir schon lange nachgehen. Wir sassen morgens bei der Arbeit im Buero und schauten aus dem Fenster, als wir unseren Schimmel wieder entdeckten. Langsam und beschwerlich rupfte es einiges trocknes Gras vom Wegesrand. Wir hatten gar nicht mehr damit gerechnet es wieder zu sehen, denn die Leute im Dorf munkelten es sei tot. Wir riefen sofort das SPCA Polokwane an, wie wir es auch das letzte Mal schon versucht hatten. Dieses Mal hatten wir mehr Glueck und ich hatte eine freundliche Dame am Telefon. Ich erklaerte ihr die prekaere Lage des Pferdes, sie nahm unsere Personalien auf und lies sich am Telefon den Weg zu uns beschreiben. Meryem und ich machten unsere Bueroarbeit in der Naehe des Pferdes auf einem Stein weiter, da wir es nicht aus den Augen verlieren durften, bis die SPCA eintreffen wuerde. So sassen wir also dort und warteten. Wir verbrachten drei Stunden gemeinsam mit dem Pferd. Irgendwann legte sich der Schimmel mit all seinen offenen Wunden auf eine weiche Sandstelle und schloss die Augen, um sich wenigstens ein bisschen von den Schmerzen erholen zu koennen. Man merkte wie es sich bei jeder Bewegung quaelte, doch es sollte noch am selben Tag erloest werden und das spuerte es.

In der Zwischenzeit ueberlegten wir uns einen passenden Namen und tauften unser Maerchenpferd “Prince”.

Dann nach etwa drei Stunden sahen wir einen Jeep mit Pferdeanhaenger in der Ferne.Es kam naeher und hielt vor unserer Schule.Ich lief naeher zum Sandweg, pfiff laut und winkte ihnen zu.Ein Blinken verriet, dass sie uns entdeckt hatten.

Unser Pferd lag noch immer im Sand und hob lediglich den Kopf, als der Jeep naeher an ihn heran fuhr. Es scheute nicht und blieb ganz ruhig. Der Arbeiter des SPCA band ein Seil zum Halfter und ohne Muehe ging Prince in den Pferdeanhaenger.

Wir waren sehr geruehrt, dass diesem unschuldigen Tier endlich geholfen war. Man bedankte sich bei uns fuer unseren Anruf. Sie fuhren an uns vorbei und Prince schaute uns noch nach.

Aber es wird noch wilder…

Am Abend gingen wir in den kleinen Tuckshop in unserem Dorf, um uns Handyguthaben zu besorgen, als wir auf kleine Babykatzen stiessen.

Meryem hatte sich umgehend in eine kleine schwarze mit blauen Augen verliebt, woraufhin sie die alte Dame aus dem Tuckshop fragte, ob sie sie behalten duerfe. Daraufhin antwortete diese nur mit: “Nimm sie!”

Somit haben wir nun eine kleine tapsige Mitbewohnerin, die den Namen “Quin” traegt.

Ich vermiss euch sehr, aber es ist ja auch nicht mehr allzu lange hin bis ich wieder da bin...

Allerleibste Gruesse von Mir und Meryem!

07April
2012

Frohe Ostern

 

                                                               Frohe Ostern

 

Frohe Ostern!

 

Hallo ihr Lieben,...

ich wuensche euch allen ein paar tolle Osterfeiertage!!! Geniesst die hoffentlich arbeitsfreien Tage mit eurer Familie und tankt ordentlich Energie von den vielen Sonnenstrahlen, die euch der Fruehling bringt!

 

Ich verbringe noch eine Woche in Kapstadt und werde mich dann mit einem ausfuehrlichen Bericht melden. Bis dahin geniesse auch ich noch meine letzten Sonnenstrahlen, denn der Winter kehrt ein und es wird von Tag zu Tag ungemuetlicher...

 

Ich denke an euch!!!

Lisi


14März
2012

Ziegengeflüster

Hehoooo alle zusammen,

in letzter Zeit ist mal wieder eine Menge passiert und ehe ich die vielen wichtigen Details anfange zu vergessen, schreibe ich lieber schon mal diesen Blogeintrag, obwohl ich mich erst Anfang April melden wollte, nach unserem Urlaub. Ehe ihr aber von Seiten mit Text überflutet werdet, fasse ich lieber alles Spannende jetzt schon mal zusammen.

Alsoooo,…

Im Februar bin ich noch mal nach Johannesburg gefahren, für den letzten Test im Krankenhaus. Mein Kopf wurde an viele kleine Elektroden angeschlossen, mit denen ich schlafen musste und über die Nacht wurden dann meine Gehirnströme gemessen. Dort im Krankenhaus ärgerte ich mich also die ganze Nacht über meine Bettnachbarin, die meinte sie würde ihre Kopfhörer nicht aufsetzten wollen, sondern viel lieber die Lautstärker der Kopfhörer auf 100 drehen und sie dann neben sich zu legen. Ist bequemer sagte sie mir, ich hatte nicht viel Energie zu widersprechen und so fügte ich mich die Nacht ihrem Radioprogramm. Ich hatte gehofft das Ergebnis schon gleich am nächsten Tag zu bekommen, aber leider musste ich noch eine Woche warten. Deshalb habe ich die Zeit so gut es geht überbrückt und habe jeden Tag in der Michael Mount Schule in Johannesburg gearbeitet. Die Michael Mount Schule ist eine reiche Waldorfschule und dort im Kindergarten habe ich dann versucht meine Zeit totzuschlagen. Die Kleinen dort waren wirklich sehr, sehr süß. Anders als bei uns in Lesedi, diese Kinder sprachen auch wesentlich besser Englisch waren aber auch dreimal so frech. Während „Unsere“ genau wissen was Respekt und Höflichkeit bedeutet, haben diese glaube ich noch nie etwas von diesem Wort gehört. Zwei sehr witzige Geschichten aus dem Kindergarten muss ich euch dennoch erzählen!

Es war der Tag, an dem der Schulfotograf in die Schule kam, um von jeder Klasse ein Foto zu machen. Die Kinder waren herausgeputzt, hatten ihre schönsten Sachen an, Glitzer auf den Augen und Gel in den Haaren. Fünf Minuten bevor der Fotograf kam, standen zwei Jungen vor mir. – Klitschnass von oben bis unten. Die Haare, ach einfach alles war nass. Ich fragte was passiert ist und bekam diese Antwort: „Ach nichts ist passiert, wir haben uns doch nur gegenseitig angepiiieescht!“ – Auch meine Idee diese zwei noch schnell in die Sonne zum Trocknen zu stellen, half nicht allzu viel und so haben wir also zwei begossene Pudel auf dem Klassenfoto…

Den anderen Tag beim Essen kam ein kleiner Junge zu mir und schrie wie am Spieß, schnell verstand ich warum, denn er hatte sich Rosinen in beide Ohren und in die Nase gesteckt. So tief, dass ich sie kaum herraus bekam! Er schrie immer lauter und schrie mich an: „Hol sie daraaaus, maaach schneller… Mach doch schneller. Hol sie raaaus, genauso wie meine Mama es immer maaaacht!“ –

Ja stellt sich nur die Frage, wie die gute Mama das macht. Nach Mühen und Not hatten wir ihn allerdings von seinem selbstzugefügtem Leid befreit…

Dann war der Tag gekommen, der Tag an dem ich die Ergebnisse von meinem Arzt bekommen sollte. Ich saß im Wartezimmer auf dem Stuhl und hatte schweißnasse Hände, ich war sehr nervös. Schließlich sollte sich entscheiden, ob ich meinen Dienst in Lesedi weiterführen durfte oder in der Umgebung eines Krankenhauses bleiben musste und so also meine restlichen Monate in dem langweiligen Johannesburg verbringen sollte.

Mein Name wurde aufgerufen und langsam ging ich ins Sprechzimmer. Ich saß noch nicht ganz da sagte er bereits: „Keine Epilepsie!!!“ So wie mir der Stein von meinem Herzen plumpste, plumpste ich auch auf den bereitstehenden Stuhl!

Ich war so erleichtert. Nun musste ich nur noch die Ergebnisse mit meinem Chef besprechen und der gab mir dann zwei Tage später die Erlaubnis wieder zurück nach Madietane zu fahren.

So saß ich also im Taxi und war wieder zurück.

Auf der breiten Straße mit den gelb- und Violettblühenden, schlankstämmigen Bäumen am Rand meckerten wieder dürre Ziegen, die zwischen Grasbewachsenden Steinen  und unter Dornbüschen nach Nahrung suchten. Nur altersschwache, vom Rost zerfressene und voll gestopfte Busse sowie einige kleine Lastwagen mit offener Ladefläche waren unterwegs.

Am Straßenrand, unter zerlöcherten schwarzen Regeschirmen mit verbogenem Gestänge, hockten alte Frauen, zahnlos und ausgetrocknet, vor großen Bananenstauden.

Ich stieg mit meinem großen Rucksack aus dem Taxi.

Die Kinder rannten fort, sprangen mit ihren nackten Füßen über harte, ausgetrocknete Grasbüschel, über Bretter mit hervorstehenden Nägeln und über spitze Steine. Sie waren im Nichts verschwunden, ehe sich die schweren roten Wolken aus der aufgewühlten Erde aufgelöst hatten. Und da wusste ich:  DU bist zurück!!!

 

Meryem hatte ich nichts von meiner Ankunft erzählt, sie wusste zwar über die Ergebnisse des Arztes und auch über die positive Entscheidung unseres Chefs Bescheid, allerdings hatte ich ihr gesagt, dass ich erst einige Tage später kommen könne, weil ich noch im Kindergarten der Michael Mount Schule auszuhelfen habe.

 

So schlich ich also den Weg zu unserem Haus hinauf, ich versuchte so wenig Aufsehen wie möglich zu erregen, um zu vermeiden, dass die Kinder aufgeregt meinen Namen schreien.

Vor unserer Tür holte ich tief Luft, klopfte und rief mit tiefer Stimme: „Teacher, Teacher!!!“ – Ein Rumpeln, ein Hausschuhschlürfen auf dem Boden, dann die Türklinke. Mit müdem Blick schaute sie mir entgegen und es dauerte einige Sekunden bis Meryem realisierte, dass ich es war, die vor ihr stand. Wir fielen uns in die Arme! – Was eine schöne Überraschung!!!

 

Am vergangenen Sonntag klingelte früh am Morgen das Handy. Es war unsere Chefin. Sie sagte uns der Chief (Dorfälteste) würde uns erwarten. Erstaunt und belustigt zugleich, dass der Tag des Kennenlernens und Wilkommenheißen im Dorf nach einem ganzen halben Jahr tatsächlich noch gekommen war, machten wir uns bereit. Wir wussten der Rock müsse lang sein, Schultern, Haare und Ausschnitt bedeckt. So gingen wir also „vollverschleiert“ durchs Dorf. Eine Lehrerin der Schule begleitete uns. Wir traten durch das große Tor, auf das Grundstück des Chiefs. Wir standen auf einer großen Rasenfläche auf der ein großer Baum stand. Unter diesem Baum war ein großer Steinkreis und in diesem saßen die Männer. Wir Frauen hatten uns in Abstand zu ihnen zu setzten. Also saßen wir auf dem Rasen in der Sonne und mussten unsere Beine lang gestreckt halten, solange die Männer im Schatten saßen und uns keines Blickes würdigen durften. Dann wurden unsere Namen aufgerufen. Wir standen auf und rückten dem Steinkreis etwas näher. Anschließend wurden Regeln verlesen und wir wurden willkommengeheißen. Ein ledigliches Kopfschütteln bejahte alles was uns gesagt wurde, denn das Reden war uns untersagt. Seit dem wir nun also dort waren gibt es eine neue Regel, die wir bisher noch nicht allzu ernst genommen hatten und zwar dürfen wir nach 18 Uhr am Abend unser Haus nicht mehr verlassen, so der Chief!

Wir gingen wieder nach Hause mit der Freude auf einen ruhigen, entspannten Restsonntag. -Doch es sollte alles anders kommen!

 

Meryem hatte schon die ganze Nacht eine Babyziege, in den Bergen hinter unserem Haus, schreien gehört. Am nächsten Tag, also den besagten Sonntag, hörte auch ich es und es kam uns so vor, als würde dieses Geräusch immer von derselben Stelle herrühren. Meryem sagte: „Komm lass mal schauen was mit der Ziege ist!“ Ich habe nicht lange überlegt und schon schlossen wir unsere Tür hinter uns und gingen los. Es konnte ja keiner ahnen, dass unser Ausflug länger als zwei Stunden und gefährlicher und schmutziger werden würde, als wir es uns je vorgestellt haben. Meryem trug demnach ein bodenlanges Kleid und kaputte Flip-Flops. Ich eine lange Hose, ein Top und meine einst plüschigen Hausschuhe. Wir gingen am Zaun entlang und standen auf Höhe unseres Hauses. Wir versuchten die Richtung zu orten, von wo das Geschrei kam. Wir liefen weiter immer dem Ziegengeschrei nach. Plötzlich verstummte die Stimme. Wir setzten uns auf einen Stein, der Schweiß von der untergehenden Sonne stand uns bereits auf der Stirn. Wir saßen dort eine Weile, ohne die Ziege noch einmal zu hören. Dann schrie auch ich wie eine Ziege, ein zaghaftes „Määääh“ und noch eins, diesmal lauter, sodass man mein Ziegenimitat wahrscheinlich im ganzen Dorf gehört hatte. Und wie aus dem nichts und absolut unerwartet kam eine Antwort. Die Ziege schrie wieder. Es kam aus den Bergen. Weiter oben, dort wo wir eigentlich erst rauf wollten, wenn die Vegetation weniger grün ist und wir mit weniger Tieren, Kakteen und Dornenbüschen zu kämpfen haben. Aber es war uns egal. Wir bahnten uns den Weg weiter. Rutschten Felsen hinab. Nutzen unsere ganze Kraft, um uns an stabilen Ästen die Felsen hochzuziehen. Eidechsen, Schlangen und Riesenkäfer ließen wir an diesem Nachmittag unbeachtet. Das Geschrei wurde deutlicher und wir kamen immer näher. Plötzlich ein lautes „RITSCH“ – Meine Hose war zerrissen, ein Dornenbuch hatte sich in ihr verfangen. Auch das war auf einmal völlig egal. Es ging weiter, immer höher. Blickten wir hinunter, sahen wir in schwindelerhegender Höhe die Häuser immer kleiner werden.

Es hatte am Nachmittag geregnet, so war es als würden wir durch den Regenwald wandern. Nasse Äste schlugen uns ins Gesicht und zerkratzten unsere Arme und Beine.

Dann endlich, schienen wir angekommen. Das Geräusch war jetzt ganz nah.

Wir standen vor einem hohen Felsen, der in der Mitte zu einem kleinen Spalt gebrochen war. Wir schauten hinauf und dort entdeckten wir es.

Ein kleines, hellbraunes Zicklein mit Schlappohren schaute uns ängstlich und hilflos entgegen. Unser Wille war geweckt, mehr noch als zuvor. Wir entschieden uns es von Oben zu versuchen. Also bahnten wir unseren Weg noch höher hinauf. Oben angelangt beschlossen wir ohne Schuhe weiter zu laufen. Da unsere Sohlen auf dem nassen Gestein zu sehr Rutschten und beim Blick in die endlose Tiefe merkten wir schnell, dass es sonst sicher unser Tod gewesen wäre.

Wir erreichten die Stelle, an der wir die Ziege von oben sehen konnten und wahrscheinlich war es auch die Stelle, an der die Ziege am Vortage in die Spalte hineingerutscht war.

Nach wie vor schrie sie bitterlich. Von Oben schien es genauso unmöglich an sie heranzukommen, als wie auch von Unten. Wir rutschten ein wenig am Felsen hinab und suchten vergeblich nach Halt, um sie befreien zu können. Wir wären selbst in die Spalte gefallen, wenn wir diesen Weg weiter gegangen wären. Es gab also nur noch eine Möglichkeit. Wir mussten wieder ein Stück hinunter klettern. Wir schlichen um diese Felsen herum wie Tarzan und Jane. Und tatsächlich musste ich kurz an Jane denken, als ich an Meryem herab blickte, da sie aus Gründen der Bewegungsfreiheit ihr Kleid hoch geknotet hatte und zudem sehr zerzaust aussah. – Doch auch auf Höhe der Ziege war es unmöglich um die Felsen herum zukommen, denn unsere Füße und Hände fanden keinen Halt auf der feuchten, rutschigen Oberfläche. Die Ideen gingen uns aus und die Sonne ging immer weiter unter und war schon fast hinter den Bergen verschwunden. Aber wir hatten es vor Sonnenuntergang zu schaffen, sagten wir uns immer wieder. Wir gingen wieder hinab, sodass wir wieder vor dem Felsen standen und zu der Ziege hinauf blickten. Zwischen den Felsen ragten einige morsche Äste hervor, einer brach sofort als ich an ihm zog. Aber es war unsere einzige und letzte Möglichkeit. Meryem machte mir eine Räuberleiter und mit gemeinsamer Kraft, schaffte ich es mich auf einen Ast zu ziehen, von dem ich noch nicht einmal sicher war, dass er mich hält. Meryem stand unter mir und betete. Mit meiner linken Hand klammerte ich mich an den tragenden Ast, die andere streckte ich in Richtung Ziege. Es fiel mir schwer die Balance zu halten und Meryem versuchte mich von Unten zu unterstützen, während ich begann „ziegisch“ zu sprechen und der Ziege gut zuzusprechen. In der Spalte war ein kleiner Vorsprung auf dem sie stand. Ich rupfte einige Blätter und hielt sie ihr entgegen. Sie kam näher und ich packte ihren Fuß. Es kostete mich einige Überwindung und viel Zuspruch von Meryem, sie an diesem Fuß bis zum Rande des Vorsprungs zu ziehen, denn ich hatte Angst, dass wir beide herunterstürzen könnten. Dann schloss ich die Augen, holte tief Luft und zog sie langsam zu mir. Und als wenn die Ziege meine Gedanken gelesen hatte, legte sie sich bäuchlings, streckte alle Viere von sich und glitt langsam in meine Arme. Gemeinsam rutschten wir den Ast ein Stück hinunter. Sie war ganz ruhig, schmiegte sich an mich und schien sich zu bedanken, indem sie ihren Kopf an meine Schulter kuschelte. Nun waren wir soweit hinuntergerutscht, dass ich die Ziege an Meryem runter geben konnte. Meryem und ich hatten noch Tränen in den Augen, als die Anspannung langsam abfiel und wir begriffen, dass wir es tatsächlich geschafft hatten. Wir waren schneller wieder unten, als wir den Weg hinauf gebraucht hatten, denn die Ziege lief vor uns und kannte anscheinend den kürzesten und sichersten Weg zurück ins Dorf. Da wir allerdings keine Bergziegen sind, passierte es auf dem Weg, dass Meryem in einen Kaktus trat und sich die zentimeterlangen Stacheln in ihre nackte Fußsohle bohrten, welche ich dann erst einmal entfernt habe bevor es weiter gehen konnte. Erschöpft aber glücklich sanken wir auf die Treppenstufen vor unserem Haus.

 So sieht man nach einer solchen Rettungsaktion nunmal aus,... In mitten diesen Felsens, hinter dem grünen Baum, steckte die Ziege.... Bitte nicht lachen, ich weiß ich sehe furchtbar aus. - Aber überseht bloß das Loch an meinem Knie nicht!

Ari vi datschi, hasta la vista, tschüß ciao und bye bye!

Eure Lisi

07März
2012

Lisa geht es GUT.......

Hallo alle Zusammen,

Lisa geht es gut, sie ist in ihrer "Wüste" und lässt ausrichten das sie sich anfang April, aus arbeits- und technischen Gründen mit einem neuen Blog-Eintrag zurück meldet.

Also habt ein wenig nachsehen mir ihr.Zwinkernd

14Februar
2012

Nicht nur heute...sondern jedenTag !

Wir denken nicht nur heute an dich, auch die letzten 152 Tage waren stehts unsere Gedanken bei dir.

Wir lieben und vermissen dich von ganzem Herzen und sind in Gedanken stehst bei dir.

Auch heute an diesem Tag, der für dich vielleicht so vieles verändern mag. 

Alles wird gut, du wirst deinen Weg gehen und stehtst werden wir hinter dir stehen.

Alles, alles liebe an dich, kleine Maus-wir vermissen dich so unheimlich doll,

deine dich liebende Mama, dein dich liebender Papa und dein kleiner Bruder Ole-Tjark!

13Februar
2012

Fuer Ole-Tjark!!!

Lieber Ole,

ich wuensche dir zu deinem Geburtstag alles, alles erdenklich Gute!

Ich vermiss dich sehr mein Kleiner!!!

Habe dich soooo doll lieb und denke an diesem besonderen Tage unentwegt an dich!

Dicken Kuss von deiner grossen Schwester aus Suedafrika!!!

 

Viel Spass beim Video gucken!

08Februar
2012

One trip - thousand stories

Hallo ihr Lieben daheim,

uiii in letzter Zeit ist mal wieder so einiges geschehen. Ich weiß noch gar nicht so Recht wo ich beginnen soll…!

Zunächst erstmal noch mal vielen vielen Dank für all die lieben Glückwünsche! Ihr habt mich wirklich zu Tränen gerührt und mir ein kleines bisschen Geburtstagsstimmung geschickt! Denn zu meinem Geburtstag war ich auf dem Seminar in Greyton. Greyton liegt ungefähr drei Autostunden von Kapstadt entfehrnt. Und dass ist auch ein ganz guter Anfang zu berichten was alles passiert ist! Meryem und ich stiegen in Johannesburg in den Flieger nach Kapstadt, der Flug dauerte etwa zwei Stunden und in dieser Kürze von Zeit haben wir es ganz gut geschafft die anderen Fluggäste auf die Palme zu bringen. Während Meryem nämlich die Fluggäste in den hinteren Reihen unauffällig beobachtete, suchte ich nach Elefantenherden bei freier, wolkenloser Sicht auf den Erdboden…

 Auf ElefantenjagdtAchtung Sie werden beobachtet!

In Cape Town angekommen standen wir nun also an der Gepäckausgabe und warteten sehnsüchtig auf unsere Rucksäcke. Meiner war bereits da, als von Meryems immer noch keine Sicht war. Als bereits das Rollband gestoppt wurde und ihr Rucksack immer noch nicht aufgetaucht war, blieben wir trotzalledem extrem cool! Obwohl Laptop und all ihre Sachen in diesen einem Rucksack waren. Ich fürchte wir haben uns schon zu sehr an die Gelassenheit Südafrikas gewöhnt! – Ein freundlicher Herr in der „Mein-Koffer-Ist-Weg-Abteilung“ sagte uns dann, dass der Rucksack bereits auf dem Weg ist und mit dem nächsten Flieger aus Johannesburg in etwa zwei Stunden eintreffen wird. Also warteten wir geduldig und alles lief nach Plan!

Nun konnte unsere Reise weitergehen. Ich stand bereits an der Hauptstraße und hatte schon den Daumen herausgestreckt, als uns plötzlich auffiel, dass wir keinerlei Anhaltspunkte hatten wo wir überhaupt hin müssen, wo unser Seminar überhaupt stattfindet. Total verplant und unorganisiert standen wir wieder mal da.  – Also zogen wir uns noch einmal zurück und machten einige Telefonate, so erfuhren wir zumindest schon mal, dass wir nach Greyton ins Zebra Moon Hostel müssen.

Konnte ja keiner ahnen, dass dieser Ort in drei Stunden Entfernung liegt und es dorthin keine Zugverbindung gibt. Aber da gab es ja noch das Trampen, in Deutschland unmöglich in Afrika absolut normal. So trafen wir also auf einen netten Mann, der bereit war uns gegen einen kleinen Aufpreis dorthin zu fahren. Wir waren zunächst skeptisch, als er aber sagte er müsse zunächst noch seine Kinder abholen, da die nicht so lange allein sein dürfen, fielen jegliche Bedenken von uns ab.

Es stellte sich heraus dass er in einem Township etwas außerhalb von Kapstadt wohnt. Dorthin fuhren wir also und was wir zusehen bekamen, werden wir so wahrscheinlich nie wieder erleben können. Ein richtiges Township, in das nie ein Weißer sonst einen Blick erhaschen könnte ohne ausgeraubt oder erstochen zu werden.

Straßenhändler

Aber da wir in Begleitung eines Schwarzen waren, waren wir sicher! Wir holten also seine Kinder ab und fuhren weiter nach Greyton.

Dort angekommen waren wir die ersten und keiner wusste etwas von unserer Ankunft obwohl wir es angemeldet hatten. Aber auch das hatte sich nach einigen Telefonaten geklärt und so durften wir bleiben und hatten einen Platz zum Schlafen. Was wir auch brauchten nach diesem ereignisreichen Tag.

Das Seminar an sich gestaltete sich weniger spannend, war aber eine gute Möglichkeit andere Freiwillige kennen zu lernen, sich auszutauschen und schon mal ein wenig seinen bisherigen Freiwilligendienst zu reflektieren!

Das Zebra Moon Hostel

Einen Tag waren wir mit allen wandern, was sich in Greyton auch wirklich anbot. Wenn man aus dem Fenster schaute war es nicht abwegig einen Ohrwurm von „Heidi“ zu bekommen!

Also gingen wir alle gemeinsam wandern, oder besser gesagt bergsteigen. Schließlich wollte uns der Führer die tollen Heilpflanzen ganz oben auf dem Berg zeigen! Meryem und ich hatten nur leider feste Schuhe beim Packen unseres Rucksackes für Greyton als unnötig empfunden und so durften wir mit Flipflops den Berg erklimmen. Todesangst ist glaube ich das richtige Wort wenn ich daran zurückdenke, wie die Steine sich hinter mir lösten und krachend den Berg hinunter stürzten. Deshalb beschlossen wir Barfuss weiter zu laufen, um wenigstens ein bisschen Halt zu haben! Rutschen taten wir immer noch und die Dornen bohrten sich in die Füße, aber zumindest fühlten wir uns sicherer, wie wir dort langsamer als Schnecken den Berg bestiegen!

Als das Seminar an einem Sonntag zu Ende ging, fiel Meryem und mir auf einmal auf, dass wir noch gar nicht wissen wie wir wieder zurückkommen würden. Wir hatten schon ganz vergessen, dass wir nach Greyton getrampt waren. Also hieß es sich um einen Rücktransport zu kümmern. Andere Frewillige hatten sich ein Minibustaxi kommen lassen und zufällig waren dort noch zwei Plätze frei. Ahnte ja keiner dass der eine hinten im Kofferraum bei den Gepäcktücken ist. Aber kein Problem, man will ja auch keine Ansprüche stellen und irgendwie mussten wir ja aus diesem Kaff weg kommen!

Die Ankunft in Kapstadt Zentrum war wieder mal sehr, sehr organisiert! Wir schlenderten so durch die Long Street, weil wir hörten dass es dort einige Unterkunftsmöglichkeiten gäbe. Es wurde bereits dunkel und die ersten drei Backpackers die wir ansteuerten waren geschlossen. Meryem fragte mich: „Wo schlafen wir denn, wenn wir keine Unterkunft mehr finden?“ Ohne Antwort auf diese Frage zogen wir weiter durch die belebt Straße. Nach guten eineinhalb Stunden Suche fanden wir ein günstiges Backpackers, dass auch unser Geldbeutel ermöglichte. Wir checkten ein und waren eigentlich im Begriff zu schlafen, als wir uns dachten: Hey wir haben nur fünf Tage, wir können doch jetzt nicht schlafen! Rasch zogen wir uns um und gingen hinaus auf die Long Street, die Partymeile schlecht hin! 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Rund um die Uhr Party, Party, Party. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen und so kam es dass wir fünf Nächte von abends um 8 bis morgens um 6 durchfeierten, uns für zwei Stunden Schlaf könnten und dann mit dem Kontrastprogramm „Sight-Seeing“ begannen.

Wir waren am Strand, haben den Ausblick vom Tafelberg und den Signalhill genossen! Aber seht einfach selbst! – Capetown ist wirklich einen Blick wehrt!

 Mit der Gondel hoch zum TafelbergAusicht auf die KüsteSignal HillAlle genossen die Ausicht ;)

Clifftonstrand vor dem TafelbergTouristenstadt Capetown

Am Freitag, den dritten sind wir dann abends um sieben in den Bus zurück nach Johannesburg gestiegen! Wir hatten uns die günstigste Line ausgesucht und wussten auch schnell warum wir so viel Geld gespart haben! Eigentlich sollten wir am Samstag um 12 Uhr Mittags Johannesburg erreichen. Wie das Schicksal es allerdings so wollte, hatte der Bus eine Panne und wir standen etwa 4 Stunden mitten in der Pampa auf einem Rasthof. Die Klimaanlage im Bus lief auf Hochtouren, während bei etwa 10 Grad Außentemperatur, die Bustür stets offen stand und die Notausgänge in der Decke des Busses eh nicht mehr zu verschließen waren. Zudem regnete es draußen in Strömen und ich bin mir sicher wenn ich sage, dass es in dieser Nacht „der kälteste Ort der Erde“ war!!! Gut war auch, dass es in diesem Bus Fernseher gab, die Filme die gespielt wurden allerdings nur zu hören und nicht zu sehen waren. Da ich ja eh nicht schlafen konnte, war ich damit beschäftigt die Filme zu erraten. Aber auch diese Tour haben wir überlebt und sind uns sicher, dass wir mit Southafrican Roadlink, die zusätzlich auch noch auf Flyern mit Komfort werben, nicht noch einmal fahren werden.

Abends um sieben sind wir endlich in Johannesburg angekommen. Zum Glück kannten wir Bekannte bei denen wir über Nacht bleiben konnten, denn den Anschluss nach Limpopo hatten wir verpasst.

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Taxibus nach Hause… - ENDLICH!

Ich denke an euch und umarme euch fest!

Dicken Kuss

31Januar
2012

Happy Birthday Elli!

Liebe Elli,

ich wünsche dir alles, alles Gute und erdenklich Liebe zu deinem 19. Geburtstag! Und weil ich an diesem esonderen Tag ganz fest an dich gedacht habe, habe ich ein Bild für Dich gemacht!

Ich sende dir viele, viele Küsschen aus dem schönen und warmen Kapstadt!

Ich vermisse dich und wünsche dir einen unvergesslichen Tag! Trink einen für mich mit ;)

Deine Lisi-Pisi

26Januar
2012

Ihr seid die Besten!!!

Vielen, vielen Dank für eure Glückwünsche auf diesem Blog und vorallem auf Facebook! Ich weiß gar nicht wie ich mit dem beantworten der vielen lieben Nachrichten und Mails hinterherkommen soll! Vielen Dank für euren Blogeintrag, ihr habt mich wirklich zu Tränen gerührt und mir einen unvergesslichen Geburtstag bescherrt! Ich liebe euch und könnte nicht oft genug Danke sagen, damit rüber kommt wie sehr ich mich darüber freue Menschen wie euch an meiner Seite zu haben, die trotz der Entfehrnung so nah bei mir sind! Ihr seid Klasse! Ich vermisse euch! Eure Lisi Hier ein Link für euch!!! Schaut mal rein! ;) - viel Spaß! 

http://www.youtube.com/watch?v=oPh0dHfEXXo

26Januar
2012

So weit weg,in großer Ferne und viele haben Dich so gerne....

Zum 19.Geburstag die allerliebsten Grüße an Dich und viele, viele liebe Wünsche von denen, die Dich sehr vermissen.

Scroll mal weiter und schau hier,

alle lieben sind heute bei Dir:


 

Hier ist noch was da, 

von Deiner Freundin Sirkka...

http://www.youtube.com/watch?v=xuGLnYaw3y0&feature=youtu.be

 

Und dann sind da noch WIR, 

auch wir wollen senden liebe Grüße zu Dir:

 

 

Genieße den Tag, die Zeit und Dein Leben,

denn noch so viele schöne Dinge wird es für Dich geben.


HAPPY BIRTHDAY, liebe Lisa

 

 


18Januar
2012

Neues Jahr, neues Glück

 

Ohjeee unangenhem unangenehm, dass ich sogar schon nachrichten bei facebook bekomme, wo ich gefragt werde ob es mir gut geht und ob ich noch lebe.

-      Tut mir wirklich leid, dass mal wieder so viel zeit vergangen ist ohne dass ihr von mir gehoert habt.

Nunja, jetzt habe ich ja endlich  den Weg zum Laptop und zur Tastatur gefunden und wuensche euch allen noch einmal ein verspaetetes „Happy New Year“...

Ich hoffe ihr alle konntet eure Weihnachtstage geniessen und seid heil ins neue Jahr 2012 gekommen und habt das Alte erfolgreich hinter euch gelassen!

Danke erst mal an euch fuer all die lieben Wuensche auf meinem Blog und nochmal eine ganz grosse Umarmung an Mama, Papa und Ole daheim, durch euren tollen Blogeintrag habt ihr mir ein grosses Stueckchen heimisches Weihnachten ins ferne Suedafrika gebracht! – Danke dafuer...

So ihr fragt euch sicher wie ich denn Weihnachten verbracht habe und wie mein Neujahrsfest aussah?!

- Dadurch dass Meryem und ich, wie bereits erzaehlt, zurzeit bei einer deutschen Familie leben, sah unser Weihnachtsfest doch sehr deutsch aus! Wir haben nicht wie in Afrika ueblich am Morgen des 25. Dezembers gefeiert, sondern auch am Abend des 24.

Nachmittags waren wir mit der Familie in der Kirche und am Abend haben wir gemeinsam gegessen. Das richtige Festessen gab es allerdings erst am naechsten Tag, da der Heilge Abend noch den Armen im Land galt und so haben wir bei Suppe und Brot an jene gedacht! Gespannt warteten wir auf das Laeuten der Weihnachtsglocke, besonders den Kindern der Familie viel das Warten nicht leicht, doch dann klingelte das Gloeckchen des Christkindes, welches die Geschenke brachte. Waehrend wir „Ihr Kinderlein kommet“ sangen, traten wir  in das liebevoll geschmueckte Weihnachtszimmer ein und die Augen fingen an zu strahlen, als die Blicke auf die vielen Geschenke, auf die Teller mit Lebkuchen und anderen Leckereien und auf den prachtvoll geschmueckten „Tannenbaum“ fielen.

Wir lasen die Weihnachtsgeschichte und sangen Weihnachtslieder.

Wir zuendeten eine Kerze fuer jene an, die uns an diesem Tag besonders fehlen und an die wir denken. Dann wurden Geschenke geoeffnet, die Freude war gross an diesem Abend.

Am naechsten Tag waren wir alle dabei, das Essen fuer den Abend zuzubereiten und nach dem gemeinsamen Essen sassen wir wieder zusammen, sangen und oeffneten erneut Geschenke, da es so Tradition ist auch noch einige Tage nach dem Heiligen Abend Geschenke zu oeffnen, um so laenger etwas davon zu haben.

Vorletzten Dienstag brach die Familie dann zu ihrem Urlaub auf, einen Monat wuerden sie durchs Land reisen und seitdem  haben wir das grosse Haus ganz fuer uns alleine. Im Gaestehaus, in dem wir vorher bleiben durften, wohnt jetzt ein aelteres Ehepaar. Man nennt sie auch „Haushueter“, denn sie werden dafuer bezahlt auf das Haus aufzupassen, so lange die Familie verreist ist.

Die letzten Tage im Jahr verliefen also ganz entspannt, wir trafen Freunde, fuhren in die Stadt und machten DVD- Abende . 

Am Samstag trafen wir uns mit einigen Bekannten und fuhren gemeinsam in einen Club, in dem wir ins Neue Jahr 2012 tanzen konnten... die Stimmung war super, die Leute nett und bis auf eine aergerliche Kleinigkeit hatten wir einen tollen Abend und einen super Rutsch!

Denn in dieser Nacht wurde mein Handy geklaut. – Ich hatte es in Meryems Handtasche getan, diese war geschlossen. Wir wissen nicht wie es passieren konnte,...

Nichtsdestotrotz hatten wir einen tollen Abend und haben bis in die fruehen Morgenstunden gefeiert.

Letzte Woche sind Meryem und ich nach Madietane gefahren, um uns ein bisschen zu arrangieren, unsere Flugtickets zu holen und unseren Rucksack neu zu packen, da es am 24. fuer uns nach Kapstadt zum Zwischensemninar geht. Die Tage „zu Hause“ haben wir sehr genossen. In der Stadt habe ich mir dann ein neues Handy besorgt. Ich war sehr stolz, auf mein 7 Euro Schnaeppchen,  vorallem als sich die vermeitliche Kameralinse auf der Rueckseite des Handys doch als Taschenlampenlicht entpuppte... ;) Naja hauptsache ich kann telefonieren und mit meinen Lieben im Kontakt stehen.

Ja das kommende Seminar wird 5 Tage dauern, wir werden noch einige Tage laenger bleiben um Kapstadt zu erkunden und am 03. Februar beginnt dann auch fuer uns die Arbeit wieder. Wir koennen es kaum mehr erwarten aus diesem Trott auszubrechen und endlich wieder unserem gewohnten Alltag nachgehen zu koennen.

Ihr fragt euch sicher wie es mir gesundheitlich geht und ich kann euch sagen dass es mir sehr gut geht! Egentlich haette ich heute meine letzte Untersuchung gehabt, aber es gab einige Schwierigkeiten mit der Versicherung sodass ich den Termin erneut verscheiben musste. Ich hoffe es klappt noch vor dem Seminar. Wir werden sehen.

Allerliebste Gruesse

Eure Lisi

 

PS: Mama?! Du hattest dir einige Landschaftsbilder gewuenscht. Ich habe mal meine Fotos durchgestoebert und ein wenig was gefunden! Habe dich lieb!

Ein Regentag in den Bergen

24Dezember
2011

Weihnachten ohne Dich ......

…Liebe Lisa,

der heilige Abend ist nun da,

der Baum geschmückt, die Geschenke für Ole-Tjark nicht rar.

 

Das erste Weihnachtsfest ohne Dich hier zu Haus,

hält sich für uns nur sehr schwer aus.

 

Du hattest lange ein Ziel, einen Wunsch, einen Traum gehabt,

und der hat Dich in das ersehnte Land „Afrika“ gebracht.

 

Nun bist Du dort voll Freude und Glück,

manchmal dürfen wir daran teilhaben ein kleines Stück.

 

Dennoch wissen wir genau und ganz Gewiss,

das dieser heilige Abend für Dich was ganz besonderes ist.

 

Dieses Fest ist anders als all die anderen letzten Jahre,

Du fehlst hier ganz besonders, gar keine Frage.

 

Auch wenn Du heute bist in weiter Ferne,

wir lieben Dich von ganzem Herzen und senden Dir die hellsten Sterne.

 

Genieße Dein Glück und genieße die Zeit,

das kommende Jahr hält sicher noch viel Schönes für Dich bereit.

 

Auch wenn es uns schwer fällt, ein ganzes Jahr ohne Dich hier,

nächstes Jahr heilig Abend sind wir sicher wieder vier.

 

Und dieses noch:

Der Weihnachtsmann war auch schon hier,

und sendet liebe Grüße zu Dir:

Liebe Lisa und liebe Meryem,

wir wünschen Euch beiden von ganzem Herzen den allerschönsten und unvergesslichsten „Heiligen Abend“ in Süd-Afrika. Wir denken unentwegt an Euch und ein wenig beneiden wir Euch auch. Genießt diese schöne Zeit und zündet in Gedanken die vergessene Kerze an.

Wir drücken Euch ganz fest, alles alles Liebe an Euch beide, von Mama-Michaela,

Papa-Lothar und OleTjark!

      Ole und Schrottie-Ole

Frohe Weihnachten an Dich liebe Lisa und Mutlu Noeller an Dich liebe Meryem

 (Liebe Lisa-Maus, wir Lieben und Küssen und Drücken Dich)!

20Dezember
2011

Nothing goes its plans...

Halli hallo,

 

ohjeee ihr wisst gar nicht was für ein schlechtes Gewissen ich habe, dass ich mal wieder ewig nicht geschrieben habe! In letzter Zeit ist wirklich eine Menge passiert und ich hoffe es gelingt mir euch davon zu berichten ohne dass ihr  mir den nächsten Flug nach Hause bucht!

 

Also bis zum ersten Dezember verlief das Leben von Meryem und Mir so wie ich es euch immer beschrieben hatte, in der das Schulleben seinen Lauf nahm, wir Besuch von anderen Freiwilligen aus Johannesburg und auch einer Ehemaligen empfingen und in der wir wie gewohnt kleineren oder größeren Krankheitsfällen beigestanden haben. Wir freuten uns auf unseren Urlaub in Durban und Kapstadt, den wir bereits gebucht hatten, denn am 08. Dezember sollten bei uns die Sommerferien beginnen. Voller Vorfreude planten wir alles ganz genau und wollten die letzte Schulwoche noch einmal richtig genießen, da es die letzte Woche war die wir gemeinsam mit der Klasse 7 haben würden. Die würden nämlich nach den Sommerferien auf die Highschool wechseln. Die Abschlussperformances standen vor der Tür und alle probten ihre kleinen und großen Auftritte rund um die Uhr. Große Aufregung herrschte und die Freude auf den Tag des Schuljahresabschlusses stieg von Tag zu Tag.

 

Doch am Abend des ersten Dezembers sollte sich alles ändern und alle unsere Pläne sollten ihre Wendung nehmen!

Es war ein ganz gewöhnlicher Tag in Madietane, in Lesedi. Ich saß in der Hall und verteilte zum Abendbrot Aachar an die Kinder. (Aachar ist rohe, eingelegte Mango in Fischöl)

Als ich den Eimer Aachar zurück bringen wollte, merkte ich plötzlich wie mir schwarz vor Augen wurde und ich versuchte mich noch an einem Stuhl festzuhalten, der auf dem Tisch stand aber dazu kam ich nicht mehr. Alles was jetzt folgt, ist das was Meryem mir berichtet hat als ich wieder zu mir kam.

Sie suchte lange nach mir und sie konnte mich nirgends finden, sie dachte dass ich vielleicht an ihr vorbeigegangen bin ohne etwas zu sagen. Sie fragte jeden nach mir, aber niemand wusste wo ich bin. Dann ging sie zurück zur Hall und hörte wie jemand Gitarre spielte, Meryem dachte sofort ich sei es. In der Hoffnung mich zu finden mich zu finden ging sie in die Hall, allerdings sah sie nicht mich mit der Gitarre, sondern den Bauleiter der Baustelle des neuen Boarding Houses. Sie war bereit zu gehen, zum Glück warf sie noch einen kurzen Blick nach Rechts und sah mich dort liegen. Es waren nur meine Füße die hinter der Tür hervorblickten, deswegen hatte mich keiner zuvor entdeckt. Sie sagte zu mir: „Wenn ich die Gitarre nicht gehört hätte, wäre ich gar nicht erst in die Hall gegangen!“ Meryem schrie um Hilfe und sofort waren alle da, sie versuchten mich zu mir zu holen, doch vergebens. Zwei ganze Stunden lag ich bewusstlos auf einer Matratze in der Hall. Alle telefonierten, waren ganz aufgeregt. Keiner wusste was zu tun ist. Sie versuchten verzweifelt einen Krankenwagen zu erreichen, doch es gab keine Möglichkeit. Ich war noch immer nicht ansprechbar, lag dort und reagierte nur selten. Mein Herzschlag sank auf 45 und keiner wusste was zu tun. Ich kann euch sagen, dass ich nur glücklich darüber sein kann, dass zu diesem Tag wir Besuch aus Johannesburg hatten und der Bauleiter mit seinem Jeep da war. Ansonsten hätten wir keine Chance auf jegliches Transportmittel gehabt, es hätte nichts gegeben was mich in das Krankenhaus hätte bringen können, welches gute eineinhalb Stunden von unserem kleinen Dorf entfernt ist. Sie luden mich auf die Rückbank des Jeeps und so fuhren wir zu später Stunde nach Mokopane. Ich war noch immer bewusstlos, als wir das Krankenhaus erreichten. Der Arzt kam auf mich zu und schrie: „Wakey, wakey, shakey, shakey!“ und kniff mir mit voller Daumenkraft in die Arme. Zurzeit wechseln die Flecken von Blau-Lila zu Grün-Gelb! Er leuchtete mir mit einer handelsüblichen Taschenlampe in die Augen und nach knapp zwei Stunden wieder war die grüne Krankenhausdecke, das erste was ich wieder erblickte… Meryem stand neben mir und hielt meine Hand. In ihren verheulten Augen konnte ich sehen, wie erleichtert sie war zu sehen, wie sich meine Lider öffneten und ich wieder bei Bewusstsein war. Somit war für diesen Arzt seine Arbeit getan und ich durfte wieder nach Hause. Am nächsten Morgen, war ich noch immer ein wenig wackelig auf den Beinen, meine Augen haben getränt, ich konnte mich nicht konzentrieren und am Nachmittag noch wurde die Entscheidung gefällt mich in eine Privatklinik in Johannesburg zu bringen. Und jetzt geht der Spaß los. Ich kann euch sagen, dieses Krankenhaus war mehr als nur ein Krankenhaus – Es war vielmehr ein Hotel. Mein Essen wurde mir auf Silbertabletts serviert und der Tisch wurde jeden Tag mit einer liebevoll, ausgewählten Tischdecke bedeckt. Das Bad war Marmor oder so, auf jeden Fall sah es teuer aus. Ich hatte einen Fernseher, eingelassen in der Decke über mir. Für andere ganz normal, für mich der absolute Luxus schlecht hin, nach etwa drei Monaten Einöde. Die ersten Tage hatte ich das Zimmer ganz für mich alleine, später bekam ich Gesellschaft von zwei mich liebevoll, bemutternden älteren Damen. Nichtsdestotrotz war die Zeit, die ich dort verbrachte, eine Zeit die ich gut und gerne in Andere Dinge investiert hätte, denn ich verpasste die Abschlussfeier und die letzte Schulwoche mit Klasse 7 und am Schlimmsten war, dass ich noch nicht einmal die Möglichkeit hatte mich zu verabschieden und ihnen die besten Wünsche mit auf ihren weiteren Weg mitgeben zu können.

Jeden Tag wurden Untersuchungen gemacht und die Ärzte gaben ihr Bestes den Grund meiner Ohnmachtsanfälle zu finden. Das Krankenhaus, mit ihren Ärzten soll das Beste in der Umgebung sein und davon bin ich überzeugt. Eine Untersuchung steht noch aus und ich werde euch berichten und euch auf dem laufendem halten. Tiefer als bei alles Anderem saß allerdings der Schock und die Trauer, als der Arzt mir sagte, dass er mir nicht erlauben würde in den Urlaub zu fahren. Keines meiner gut überlegten Argumente half, kein Dackelblick konnte ihn erweichen. Sein Entschluss stand fest und so fiel unsere ganze Planung ins Wasser!

 

*Pllllaaaatsch*

 

Und nun standen wir da,…

 

… wir versuchten das Beste aus der Situation zu machen und hielten uns immer vor Augen: Wenn sich eine Tür schließt, wird sich irgendwo eine Andere öffnen!

 

Während Meryem vorletzte Woche Freitag nach Johannesburg nach kam, denn sie war zur letzten Schulwoche wieder hoch gefahren, habe ich inzwischen bereits drei Tage bei Kiki und ihrer Familie verbracht.

 Das Haus von Kiki und ihrer Familie Das Gate am Eingang Der wundervolle Pool

 

Luxuriöser konnte ein Leben für uns kaum sein, nachdem was wir in Madietane erlebt haben. Wir genossen einige Tage am Pool, sonnten uns… - Hier ein Bild zum neidisch werden!...

So laesst sich der Dezember aushalten Neidisch?

und verbrachten viele Abende auf dem Balkon, mit den Lichtern Johannesburgs zu unseren Füßen. Wir genossen die südafrikanische Abendsonne, gingen ins Kino und waren Shoppen bis wir Blasen an den Füßen hatten.

Chillen auf dem Balkon... ...mit den Lichtern Joburgs zu unseren Fuessen Suedafrikanische Abendsonne

 

Shoppingmarathon

 

Am letztem Freitag allerdings sind wir wieder umgezogen und wohnen jetzt bei der Familie Holtz, bei der wir auch die letzten Male, wenn wir in Joburg waren, verweilen durften. Wir tauschten also Pool gegen Nigelnagelneuen Schwimmteich und genossen einige weitere wundervoller Urlaubstage. Zum ersten Mal seit drei Monaten waren wir dieses Wochenende feiern, mit einigen neuen Bekanntschaften hier aus Johannesburg. Sie zeigten und begleiteten uns zu einem gemütlichen irischen Pub und anschließend zu einem angesagten Club in Rosebank, ganz in der Nähe! Endlich konnten wir mal wieder richtig tanzen und den Abend bis in die frühen Morgenstunden genießen!

Meine neue grosse Schwester,...

Bisher hatten wir wirklich schon einige spannende und vor allem spaßige Urlaubtage, auch wenn es nicht das ist was wir ursprünglich geplant hatten, aber wer weiß wozu das ganze Tam-Tam mal wieder gut war und ob es uns nicht sogar vor etwas noch Schlimmeren bewart hat!

 

Wir wünschen euch allen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest, möge der Weihnachtsmann keinen von euch auslassen!

 

Viele Küsse aus dem sonnigen und warmen Johannesburg!

Meryem und Lisa

30November
2011

Die Post ist daaaaa...

Vorgestern waren Meryem und ich in der Stadt und wir bekamen einen Anruf von unserer Chefin, dass unsere Pakete angekommen sein und sie bei der Post liegen und wir sie abholen könnten.

Soooo lange haben wir darauf gewartet und uns jeden Tag gefragt wann sie wohl kommen. Nun war es endlich so weit und wir konnten es kaum erwarten und malten uns aus, was wohl der Inhalt unserer langersehnten Pakete sein könnte.

Am selben Tag konnten wir sie nur leider nicht mehr abholen, da wir zu spät aus der Stadt zurück waren. So mussten wir uns noch eine Nacht gedulden. Diese Nacht war mit Sicherheit die schlafloseste Nacht bisher. Wir haben beide so schlecht noch nicht einmal vor unserem Flug nach Afrika geschlafen.

Schwer aus dem Bett zu kommen war es am nächsten Morgen trotz alledem nicht, denn die Vorfreude auf unsere Pakete war viel zu groß. Wir frühstückten hastig und auf halben Weg zum Taxi, das uns nach Sutu Mong bringen sollte. Von dort mussten wir zu Fuß zur Post weiter laufen. Wir liefen in der Morgensonne eine gute halbe Stunde, bis wir die kleine Poststelle entdeckten.

Es war noch geschlossen und Meryem und ich wurden immer ungeduldiger!

Viele Menschen tummelten sich vor der Poststation und ehe die Türen geöffnet wurden, waren Meryem und ich die ersten die die Post stürmten und da standen sie schon: UNSERE PAKETE.

Wir glaubten es kaum, sie tatsächlich dort stehen zu sehen. Ist es denn wirklich wahr, dass sie tatsächlich angekommen sind und nicht auf dem langen Weg von Deutschland mitten in die Berge Limpopos, im Norden von Südafrika, wo sich kaum ein Fremder hin verirrt und nur ein klitzekleiner Fleck auf der Landkarte zu sehen ist, verloren gegangen sind?

Nein! – Sie waren wirklich da!!! Wahr und Wahrhaftig!

Nun stellte sich nur noch die Frage: Wie zwanzig und Zehn Kilo tragen? Aber nicht umsonst sind wir in Afrika und haben uns schon eine Menge von den Einheimischen abgeschaut, also ratz fatz die Kilos auf den Kopf gewuchtet und los ging es!

Lange hielten wir dass allerdings nicht aus und so stoppten wir kurzerhand eine freundliche Frau, die uns mit ihrem Jeep und unseren Paketen auf der Ladefläche zum Taxirank brachte. Von dort fuhren wir dann also wieder mit dem Taxi nach Hause. Zu Hause konnten wir es wirklich nicht mehr abwarten, schon die Fahrt mit dem Taxi war eine harte Probe, am Liebsten hätten wir sofort alles bestaunt.

Dann war es soweit, ich freute mich auf alles wie am Heiligen Abend!

Als erstes die Weihnachtscds – Ab in den Recorder!

Dann das ganze Essen – Ab ins Regal! Mama, Papa? Glaubt ihr wir hungern?!

Dann die gespendeten Autos und Playmobilmenschen von Ole! – Ab in die Spielzeugkiste! Und die Bücher – Endlich keine Langeweile mehr am Wochenende!

Und natürlich die vielen Spiele, Stricknadeln und Kuscheltiere für die Kinder. Eine Spende von der AWO! Hier schon einmal ein riesen Dankeschön an Werner im Namen der Kinder, Meryem und Mir! Ich wette, dass wird die kleinen braunen Augen zum leuchten bringen!

Und zu guter Letzt natürlich die Briefe von meinen Lieben daheim! Das Persönlichste am ganzen Paket und das Beste, ich kann sie gar nicht oft genug lesen!

Ja, was kann ich dazu noch sagen? Ich bin schon den ganzen Tag am strahlen und freue mich riesig über alles! Ich kanns kaum beschreiben, aber ihr habt mir echt ein bisschen Heimat mitgeschickt!

27November
2011

1. Advent

 

~  Advent, Advent ein Lichtlein brennt  ~

 

Auch hier in Südafrika herrscht schon vorweihnachtliche Stimmung, in der Shopping-Mall in Mokopane nicht viel anders als in Buxtehude.

 Überall in den Geschäften Weihnachtsdeko und weihnachtliche Musik. Einziger Unterschied: Im Schaufenster steht der Weihnachtsmann neben einer Modepuppe, die die aktuellen Sommertrends präsentieren soll.

Ein bisschen befremdlich ist das ganze schon, vorallem wenn ich in kurzer Hose und Sommertop draußen sitze und meinen Tee aus einem Weihnachtsbecher schlürfe.

 Schnee, Eiseskälte, warme Wintermützen,Weihnachtsmärkte,...

- Dinge die man normalerweise mit Winter verbindet, nur was wenn Weihnachten nicht im Winter sondern im Hochsommer ist?!

Ich wünsche euch allen einen schönen 1. Advent und eine besinnliche Vorweihnachtszeit!

26November
2011

Zwischen den Bergen

 

Und wieder ist eine ganze Woche vergangen, wir fragen uns jeden Tag aufs Neue: „Wo ist bloß die Zeit geblieben?“ – Eine Woche vergeht wie ein Tag und nun bin ich schon zweieinhalb Monate hier.

Auf Papas Wunsch hin, mache ich nun diesen Blogeintrag, der euch ein wenig auf unserem Schulgelände herumführen soll und einmal zeigen soll, wo ich hier eigentlich lebe und vor allem wie die Kinder leben.

Gerade an diesem Wochenende sind wir hier ganz alleine, da alle Kinder und Kokos am letzten Wochenende im Monat nach Hause zu ihren Familien fahren. Wochenenden an denen man morgens noch keine Kinderstimmen hört und niemand bereits um sieben hartnäckig an der Türe klopft, um nach Spielen zu fragen. – Ein Wochenende zum Entspannen also…

Nunja in den letzten Tagen haben Meryem und ich ein paar Bilder gemacht, die ein wenig das Schulgelände zeigen sollen. Leider sieht man auf vielen Bildern nicht allzu viel, beziehungsweise nicht unbedingt das was man eigentlich hätte sehen sollen, da wir ja zur Zeit Sommer haben und alles am blühen ist. – Bäume, Sträucher und Blumen versperren also manchmal die Sicht aufs Wesentliche!

Kommt man also vorne zum Tor auf das Gelände, so hat man zu seiner Rechten ein großes Gebäude, in der sich Küche, Büro, Kindergarten und Klasse 4 befinden.

Die KücheDer Kindergarten

Gleichzeitig ist dieses Gebäude auch der Essensraum der Kinder und Empfangshalle für Eltern oder Aufenthaltsort von Meryem und Mir, wenn wir morgens noch zu früh dran sind. Dann chillen wir meistens noch die letzten Minuten vor Schulbeginn auf den selbstgemachten Sitzgelegenheiten aus alten Reissäcken.

Der Aufenthaltsraum, sowie Eingang zum Kindergarten

Geht man den Weg weiter, so gelangt man zu einem Gebäude, in denen Klasse 5 und 6 ihre Klassenräume haben. Dahinter befinden sich in einem weiteren Haus, Klasse 7 und Klasse 1 und in dem größten Gebäude unseres Geländes sind die Klassen 3 und 2, sowie der Tuckshop und ein Boarding-Room untergebracht.

Klasse 6Links Klasse 7 und 1 und Rechts Klasse 2 und 3, sowie Tuckshop und Boarding Room

Hinter diesem Gebäude befinden sich dann nur noch die Häuser der Lehrer, unter anderem unseres ganz am Ende, am Fuße des Berges.

Außerdem ist da noch ein weiteres Boarding-House der Kinder, mit Bädern, viel zu kleinen Schlafsälen und Betten für die Kokos.

Das Haus aus Backstein ist das große BoardinghouseSanitäre Anlagen im Boarding HouseSchlafsaal, Kinder teilen sich häufig ein BettBett einer Kokonochmal das Boardinghouse, mit dem Spielplatz im Vordergrund

Auf Grund der vielen Kinder und des daraus entstehenden Platzmangels, werden gerade zwei neue Boardinghouses gebaut, welche voraussichtlich im Mai 2012 fertig sein sollen.

Eines grenzt an das Gebäude von Klasse 5 und 6, das andere grenzt an das große Gebäude, welches ich ganz am Anfang beschrieben habe.

Baustelle

So ich hoffe ihr konntet mir ein wenig folgen und durch die Bilder bekommt ihr einen kleinen Einblick in mein Wohnen und Hausen in den Bergen…

Das Haus vorne rechts ist UNSER ZU HAUSE :)Hinter dem Baum liegt ebenfalls unser Haus

Falls ihr beim lesen dennoch den Faden verloren habt, Hier noch einmal der ultimative Lageplan von mir für euch!

Allerliebste Grüße und bis bald!

Eure Lisi

19November
2011

Immer wieder Wochenende

Sonntags ist es ganz still. Schon morgens.

Man könnte sagen der Sonntag ist ein Genießer-Typ mit Zeit, der sich nicht die Hände schmutzig macht. Der Sonntag ist der einzige perfekte Tag der Woche. Was man nur in Abgrenzung zu seinem größten Konkurrenten, dem Samstag, verstehen kann.

Seit wir arbeiten, ist der Samstag zu unserem privaten Werktag geworden. Geschirr, Wäsche, Fußböden – alles schaut einen am Samstag mit dreckigem Antlitz vorwurfsvoll an. Und es gibt keine verbale Hintertür, aus der man sich mit einem gemurmelten „muss los zur Arbeit“ verdrücken könnte. Selbst wenn man das alles ignoriert, macht einem der Samstag ein schlechtes Gewissen – weil man so viel erledigen könnte. Also schrubbt man.

Wäsche waschenDas Wasser nach nur ein paar T-shirts!

Sonntags allerdings kann man einfach nichts machen.

Man kann sich am Sonntag nur überlegen, was man alles machen muss, in der Woche. To-Do Listen schreiben. Und sich dann freuen, dass man das alles heute eben nicht erledigen wird.

Heute ist es gerade die Entspannteste Beschränktheit des Sonntags, die fürs „Grenzenlos-Ich-Gefühl“ sorgt. Sonntag: Ein Tag, an dem man bei sich bleibt. In sich hineinhorcht. Regeneriert.

Na gut, einen Nachteil hat der Sonntag ja: Die Nähe zum Montag!

07November
2011

Für Papa

Hallo Papa,

endlich habe ich es geschafft dein langersehntes Geschenk hochzuladen. Lieder hat es ein wenig gedauert, da 1814 Min hochladen doch ein wenig zu lang waren...! - Ich hoffe du kannst das verstehen!

Also auch hier nochmal alles, alles Liebe und Gute nachträglich zu deinem Geburtstag!

Ich liebe dich und vermisse dich!

Deine Tochter

06November
2011

Brautalarm

Gestern waren Meryem und ich auf einer Hochzeit im Dorf eingeladen.

Wir haben insgesamt beinahe drei Stunden damit verbracht etwas Passendes zum anziehen zu finden. – Keine einfache Sache!

Eigentlich sollten wir um zwölf Uhr unsere Chefin, Andronicca abholen, um gemeinsam mit ihr zur Hochzeit zu gehen. Doch wir haben uns ganz an die afrikanische Mentalität gehalten und sind eine knappe halbe Stunde zu spät gekommen. Andronicca war aber auch noch lange nicht fertig und so kamen wir etwa eine ganze Stunde zu spät auf die Hochzeit.

Die Hochzeit fand auf der anderen Seite des Flusses statt, so mussten wir also zunächst das trockene Flussbett durchqueren, ehe wir laute Musik hören und das große weiße Festzelt in der Ferne erahnen konnten.

Unsere Chefin, Andronicca

Auf der Hochzeit hatte sich fast das ganze Dorf versammelt, um gemeinsam diesen besonderen Tag zu feiern.

Alles war geschmückt und wenn ihr die Bilder seht, werdet ihr merken, dass bei Auswahl der Dekoration und Farben der Mann wohl nicht allzu viel Mitspracherecht hatte.

Ein Traum in RosaDas Brautpaar

Es wurden jede Menge Reden gehalten und zwischendurch wurde immer wieder Musik eingespielt. Sobald ein Ton zu hören war, sprangen alle von ihren Stühlen und fingen an zu tanzen. Ob Jung, ob Alt - alle bewegten sich im Rhythmus der Musik.

Man merkt, dass Ihnen die Musik wirklich im Blut liegt!

Wir verbrachten einen tollen Tag mit viel, viel Spaß, viel Musik, viel Tanz  und gutem Essen!

Abends fielen wir total erschöpft ins Bett! - So viel Action hatten wir schon lange nicht mehr gehabt!

01November
2011

Happy Halloween

Gespenster, Hexen, Vampire und andere böse Gestalten

Gestern war auch bei uns Halloween.                                                                                     Viele Kinder kannten es nicht, dass hat Meryem und mich aber nicht daran gehindert, uns am Abend zu verkleiden und mit viel Geploter gegen die Türen der Boardinghouses zu bollern.

In unseren Kostümen standen wir nun also vor den Türen, sind ohne auf eine Antwort auf unser inständiges Klopfen in die Zimmer der Kinder gestürmt und haben Happy Halloween geschriehen.   Es war ein riesen Spektakel, am Schlimmsten war das Geschrei in den Mädchenzimmern.- Herrlich wie sehr sie sich erschreckt haben, da es einfach so wunderbar unerwartet kam. Keiner hatte mit uns gerechnet, einige die gerade dabei waren zu lesen warfen ihre Bücher kurzerhand weg und sprangen schreiend von einem Bett aufs Nächste. Und obwohl manche bereits entdeckt hatten, dass es tatsächlich wir sind, die unter den Tüchern und der Schminke stecken, konnten sie sich vor Schrecken kaum beruhigen.

Wir verteilten Süßes und wurden beinahe umgerannt, so stürmisch kamen alle 150 Kinder auf uns zu, um bloß etwas abzubekommen.

Seht einfach selbst!

                                             

28Oktober
2011

Wir leben den Moment

 

Die Vier verrückten Zwei

 Weißt du noch, wie´s früher war?

Weißt du noch die alten Tage?

Stunden lang im Kopf gefangen,

zu sehr gehört auf das was andere sagen.

Doch diese Zeiten sind vorbei.

Jetzt sind Wir da,

besser als es jemals war.

Wir leben den Moment,

mitten drin im Leben

und die Endorphine spielen verrückt.

Das Mitten im Moment,

dafür alles geben,

uns hält nichts mehr zurück!

Wir laufen durch die Straßen,

in einer bewegten Welt

und jeden Tag sehen Wir aufs Neue,

es ist jede Sekunde, die zählt.

Atme ganz tief ein!

Denn Wir leben den Moment mitten drin im Leben!

26Oktober
2011

Es läuten die Schulglocken

Hallöchen,…

lange, lange ist es her dass ich euch von meinen Abenteuern berichtet habe. Wie Mama und Papa ja bereits schon geschrieben haben, haben Meryem und ich in Joburg, wo wir unsere Frühlingsferien verbracht haben, etwas essentiell Wichtiges vergessen – unseren kleinen roten Internetstick. Normalerweise geben wir auf ihn besonders Acht, da es das einzige kleine Stück Luxus ist was wir hier in der Pampa besitzen.

Tief saß demnach auch der Schock, als wir ihn bei unserer Ankunft zu Hause, in keinem unserer Rucksäcke finden konnten.

Aber nicht nur den haben wir überwunden, sondern auch die zwei Wochen ohne Internet.

Das passiert uns sicher nicht noch mal…

So nun aber zu unserem Urlaub in Joburg. Wie unsere Ankunft verlief, konntet ihr ja bereits im letzten Bericht lesen. Am Donnerstag sind wir also angekommen und noch bis Dienstag haben wir in Kew bei den Freiwilligen Felix und Stefan verbracht. Wir hatten ein kleines Zimmer, welches bereits mit nur zwei Betten voll war, sodass wir uns kaum um unsere eigene  Achse drehen konnten.

Die Tage, die wir dort verbrachten vergingen für unseren Geschmack viel zu langsam und Minuten zogen sich wie Stunden. Wir hatten nicht viel zu tun, weil es in Joburg wohl nicht allzu viel gab was man sich anschauen konnte. Nachdem wir die ersten Tage auch schon den botanischen Garten besucht hatten,  auf dem berühmten Rooftopmarket waren und anschließend uns die Mandela Statue angeschaut hatten, hatten wir so ziemlich das touristische Repertoire von Johannesburg ausgeschöpft.

Einige langweilige und schlafreiche Tage folgten daraufhin.

Am Dienstag dann sind Stefan und Felix zu einer Wandertour aufgebrochen. Dass hieß wir mussten die Unterkunft in Kew verlassen und uns um eine neue Bleibe bemühen.

Wie der Zufall es wollte, rief unsere Gastmama Sonnya an, bei der wir auch schon unsere erste Woche nach der Ankunft in Afrika verbracht hatten, bevor wir nach Madietane gekommen sind. Sie wollte sich lediglich nach uns erkundigen und als wir ihr erzählten, dass wir in Johannesburg sind, hat sie uns sofort angeboten das Gästehaus zu beziehen, da es eh frei wäre. – Was für ein perfektes Timing!!!

So verbrachten wir also bis Samstag unsere Urlaubstage bei unserer Gastfamilie.

Das Haus unserer GastfamilieDas Wohnzimmer des Gästehauses

Die Tage waren sehr entspannt und wir hatten wirklich eine Menge Spaß. Am Donnerstag und Freitagabend haben wir gemeinsam mit der Familie ein Lagerfeuer gemacht, an deren eigenen Feuerstelle im Garten. Wir haben Marshmallow gegrillt, Gitarre gespielt und gemütlich beieinander gesessen.

Meryem und ich gemütlich am LagerfeuerIch mit den Kindern der Familie

Am Samstag wollten wir dann eigentlich nach Hause fahren, aber daraus wurde nichts, denn es fuhr kein Bus. Wir haben uns dann Tickets für den frühen Sonntagmorgen reserviert und unseren letzten Urlaubstag noch einmal richtig genossen. Bei etwa 35 Grad lagen wir in Unterwäsche, auf der Wiese im Garten und sonnten uns. Nicht zu vergessen im Oktober!!!

So endete also unser erster Urlaub in Südafrika und am Sonntag verließen wir dann die hektische und chaotische Großstadt und fuhren wieder zurück in unser kleines, beschauliches Dorf.

 

Am Montag sollten wir dann endlich anfangen zu arbeiten, schließlich waren wir nun auch schon einen knappen Monat hier. Aber unsere Chefin Andronicca dachte sich einfach mal einen Tag frei zu nehmen. Hier tickt halt alles ein bisschen anders. Am nächsten Morgen sind wir aufgewacht und fragten uns, ob wir wohl diesen Tag anfangen würden zu arbeiten oder ob sich Andronicca noch einen weiteren Tag frei nimmt?! Andronicca ist zwar immer noch nicht gekommen, aber Teacher Cordellia hat uns endlich unseren Stundenplan gegeben. – Es konnte also tatsächlich losgehen.

Jeder Tag beginnt um 7.50Uhr in den Räumlichkeiten des Kindergartens, wo wir zusammen mit den Lehrern eine kurze Rede aufsagen, die den Tag erfolgreich machen soll. Anschließend starten wir im Büro. Die ersten beiden Stunden erledigen wir Papierkram für die Lehrer und setzen uns mit Angelegenheiten der Schule auseinander. Heute zum Beispiel haben wir bei 244 Kopien das Datum mit Tip-Ex verbessert. – Super spannend sage ich euch. ;)

Das Sekretariat

Um 9.50Uhr klingelt es zur ersten Pause und Meryem und ich eilen zum Tuck-Shop. Das ist der kleine Schulkiosk, den wir beide zweimal zwischen den Unterrichtsstunden und einmal nach Schulschluss öffnen.

Der magere Schulshop

Nach er ersten Pause beginnt für uns der Unterricht und wir gehen in die unterschiedlichen Klassenstufen. (Kindergarten bis Klasse 7). Ich unterrichte u.a. Lesen und Schreiben, Mathe, Englisch, Kunst, Handarbeit.

Lesen üben

Man muss noch dazu sagen, dass der Kindergarten besonders anstrengend ist. 75 Kinder und nur eine Erzieherin, die rennen einen regelrecht um wenn man den Raum betrittt, vom ohrenbetäubenden Lärm mal ganz abgesehen…!

Mittlerweile ist es 14 Uhr, dann bleiben uns etwa eineinhalb Stunden zum kochen und Mittag essen.

Life is a lesson to learnEs klappt ;)

 

So etwas wie Lieblingsgerichte haben wir schon längst aufgegeben, da wir ein Leben führen, in dem Wünsche keinen Platz haben und sogar Bedürfnisse sorgfältig abgewogen werden, bevor wir sie stillen.

 

Danach entspannen wir nur kurz, in der Zeit machen die Kids Hausaufgaben, bevor sie anschließend wieder in Scharen vor unserer Tür stehen und nach Spielen fragen.

Kurzes Entspannen auf unserer TerasseHausaufgaben gehen überall...... wirklich überall!!!

Den Nachmittag wird dann gespielt, gemalt oder vorgelesen.

Um halb sechs am Abend gibt es für die Kinder Essen. Wie man auf dem Bild sieht, sitzen sie nicht gemeinsam an Tischen, um zusammen zu essen, sondern sitzen auf dem Boden. Für die ist das total normal, in Deutschland würde man solch ein Bild wohl eher selten sehen.

Gegen sieben Uhr sind wir völlig fertig mit der Welt und fallen tot müde ins Bett.

Ein anstrengender Alltag, der durch die Kinder aber jeden Tag aufs Neue etwas Spannendes bereithält.

 

Am Wochenende dann fahren Meryem und ich mit dem Taxibus entweder nach Polokwane oder Mokopane um Lebensmittel für die kommende Woche zu besorgen. Damit sind wir meist auch einen ganzen Tag beschäftigt. Schließlich dauert die Hin- und Rückfahrt zusammen schon drei Stunden.

Den restlichen Tag und Sonntag entspannen wir häufig, hören auf unserem alten Recorder Musik, stricken, malen oder lesen. Wenn man mal so darüber nachdenkt ist es schon ein wenig gewöhnungsbedürftigt. In Deutschland wäre mir mit Sicherheit nie in den Sinn gekommen am Wochenende nur im Bett zu liegen. Wenn ich schon im Bett gelegen hätte, dann hätte ich wenigstens den Fernseher eingeschaltet. – Hier muss man sich halt andere Beschäftigungen suchen. Aber bisher kommen wir ganz gut damit zurecht. – Wir wollten es schließlich so!

 

Letzten Mittwoch sind wir mit Andronicca nach Polokwane gefahren, da wir für den Schulshop einkaufen mussten und sie uns zeigen  wollte wie und wo das geht, sodass wir das in Zukunft selbst erledigen können. Der Tag war sehr kalt… Naja für unsere Verhältnisse waren es Frühlingstemperaturen, wir liefen trotzdem mit Flip-Flops rum und alle starrten uns ungläubig an. Manche trugen den Morgen Handschuhe und Mützen. Andere wickelten sich Handtücher um ihre Körper um sich vor dem „kalten“ Wind zu schützen.

 

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch, sowie von Mittwoch auf Donnerstag hatten wir ein starkes Gewitter.

Unser allererster Regen hier in Madietane.

Die Blitze erhellten unseren kleinen Raum als wäre es Tag, der Donner hörte sich an als würden die Berge sich verschieben und der Regen prasselte so stark auf unser Wellblechdach, dass man vor Lärm keinen Schlaf finden konnte. Durch die Gewitter hatten wir drei Tage kein Wasser und kein Strom. Alles was wir an Wasser hatten war braunes, schmutziges Regenwasser, was sich seinen Weg durch die verdreckten Regenrinnen gebahnt hatte. Ohne Strom konnten wir nur leider nichts abkochen und so war unser letzter Liter Milch unsere einzige Alternative für die Tage. Da wir auch kein Licht hatten und es hier bereits sehr früh gegen sechs dunkel wird, lagen wir an diesen Tagen noch viel früher als sonst in den Betten.

Inzwischen hatten wir erfahren, dass die Gewitter keiner bisher so heftig erlebt hatte. Viele Häuser im Dorf wurden zerstört, Dächer sind eingestürzt. – So wurde vielen das einzige genommen was sie wirklich besitzen, das eigene schützende Dach über dem Kopf.

Am Freitagmorgen, um fünf, war Meryem auf der Toilette und hatte entdeckt, dass das Wasser wieder lief. Sofort hat sie mich geweckt und wir haben noch in der Morgendämmerung geduscht. Und wir hatten Glück, denn bereits um sieben lief schon kein Wasser mehr.

 

Am vergangenen Samstag waren wir in Mokopane, um wieder mal ein wenig einzukaufen. Als wir am Nachmittag zurück aus der Stadt waren, rief Andronicca uns an und hat uns zu sich nach Hause eingeladen. Sie kochten für uns, nach einer Weile brachten sie uns einen vollen Teller und Sprite zum Trinken. Wir waren etwas verwundert und trauten uns nicht direkt anzufangen, schließlich hatten alle anderen noch nichts zu essen. Wie sich allerdings herausstellte, sollten wir gar nicht warten, denn wir als die Gäste an diesem Abend waren die Einzigen die Essen sollten. Es war schon ein sehr fremdes Gefühl, wie mehrere Augenpaare einen anschauten und sich darüber amüsierten, wie unbeholfen wir versuchten mit den Händen zu essen. Sollte man es nun zu kleinen Bällchen formen oder doch lieber zwischen dem Brot zermantschen?!

So wurde für uns gekochtYammi

Nachdem wir unseren Teller, etwas widerwillig leer gemacht hatten, denn es war nun absolut nicht unser Geschmack, sollte man seine schmutzigen Finger in einer Schüssel mit Wasser waschen, die ebenfalls auf dem Tisch stand. Die Stimmung an diesem Abend war sehr ausgelassen und wir haben wieder einen weiteren kleinen Einblick in eine uns fremde Kultur bekommen.

 

Jeder Tag hier ist unvergesslich und eine riesige Bereicherung, jeder Tag hält etwas Neues bereit und obwohl wir manchmal meinen bereits alles entdeckt zu haben, stoßen wir jeden Tag auf weitere Kleinigkeiten die uns begeistern.

 

Soo ihr Lieben, ich hoffe ihr seid wieder auf dem neusten Stand und habt wieder einen kleinen Einblick in mein aufregendes Leben hier in Afrika bekommen!

 

Ich vermisse Euch und denke an Euch!

 

Eure Lisi

 

Liebe Grüße von Meryem…

 

 

PS:       Ich habe das fehlende „Fußballbild“ in meinem letzten Beitrag ergänzt!

 

PPS:    Schau mal Ole!!! – Das Bild habe ich für dich gemacht! Ich habe dich lieb und vermisse dich!

Für Ole

10Oktober
2011

Das kann auch nur Lisa passieren...!

Für alle die etwas neues von Lisa hören möchten, sich Sorgen machen und einfach nur neugierig auf neue Blogeinträge sind:

Lisa ist bis zum ende der letzten Woche bei ihrer Gastfamilie in Johannesburg gewesen, seit Sonntagabend wieder zurück in ihrer Wüste- ihrem eigentlichen Domizil.

Bei Ankunft und auspacken ihrer Sachen bemerkte sie dann aber das sie in Johannesburg etwas ganz wichtiges vergessen hat...:ihren "Internetstick"!

Die die Lisa ganz genau kennen, wissen natürlich dass das völlig typisch ist für sie, dieses beteutet nun für alle: Warten, warten, warten bis ungefähr ende diesen Monats neue aufregende und spannende Neuigkeiten auf diesem Blog zu lesen sind!

Bis dahin sollt ihr euch alle keine Sorgen machen, es geht ihr gut und lässt euch alle lieb Grüßen!

Die stolzen Ehrziehungsberechtigten von Lisa!

30Sept
2011

No Risk, No Fun

Hallo ihr Lieben,

lange ist es her, dass ich euch einen ausführlichen Bericht geschrieben habe. In den letzten Tagen ist eine Menge passiert und ich hoffe ihr werdet mit diesem Bericht einen kleinen Einblick bekommen. Ich werde mich bemühen.

 Am Mittwoch sind Meryem und ich zum Einkaufen nach Polokwane gefahren. Wir sind wieder um 6 Uhr aufgestanden, um um 7 Uhr den Taxi-Bus zu nehmen. In unserem Dorf fahren diese „Busse“ täglich nur zwischen 7 und 7:30 Uhr. Danach nie wieder.

Demnach sind sie auch immer gut gefüllt. Mit Meryem auf dem Schoß sind wir dann also in das eineinhalbstündige Polokwane gefahren. Die Stadt ist viel, viel größer, als die die wir vorher gesehen haben. Überall Shoppingmalls zwischen Straßenhändlern, die ihre Waren verkaufen. Meryem und ich die zwei einzigen Weißen in Mitten einer großen, ungewohnten Umgebung. Von allen Seiten bequatschten uns Leute, liefen hinter uns her, schrieen oder pfiffen oder versuchten uns sogar festzuhalten, sodass wir stehen bleiben und wir ihre Waren kaufen. Ein absolutes Chaos, in dem aber jeder sich zurecht zu finden scheint. Eigentlich ziemlich unglaublich. Wir versuchten uns einfach anzupassen und so wenig wie möglich aufzufallen, was aufgrund unserer Hautfarbe nur leider schwer möglich war. ;)

Wir haben in Polokwane auch einen neuen Fußball gekauft. Denn Meryem hatte gemerkt, wie verrückt unsere Jungs nach Fußball waren das Spielen aber kaum möglich war, da aus deren zerfetztem Ball beinahe die komplette Luft raus war. Wieder zu Hause sind wir mit Kamera und Ball zum Fußballplatz gegangen und haben den Ball einfach in die Menge geworfen. Ich glaube dieser Schnappschuss sagt mehr als tausend Worte es können.

Er pustet und pustet, doch viel ist da nicht mehr zu machenStrahlende Kinderaugen... unbeschreiblich wie viel Freude

In den strahlenden Augen ist einfach nur pure Freude zu sehen. In dem Moment stand ich den Tränen schon sehr nah, denn ich habe selten Kinder gesehen, die sich so sehr über eine für uns einfache Kleinigkeit freuen.

- Damit war der Tag perfekt!

 

Am nächsten Tag, am Donnerstag begannen die Frühlingsferien an unserer Schule. Das bedeutete Urlaub! :) Unsere Rucksäcke waren gepackt und wir waren bereit für das was uns erwartet.

Wir ihr später lesen werdet, waren wir keineswegs bereit und wären wohl besser in unserem kleinem, beschaulichem Dorf geblieben. Wir gingen bis zur Kreuzung in unserem Dorf, dort wo die Taxi-Busse meist halten. Dort warteten schon elf Menschen mit Koffern und Taschen. Dann kam der Bus. Als wir durch die Scheiben sahen, sahen wir dass schon alle möglichen dreizehn Sitzplätze mehr als belegt waren. Wir dachten, dass ist ein Scherz, doch nach und nach wurde uns bewusst, dass es eiskalte Realität ist und schon war ich eine von siebenundzwanzig Insassen in einem Taxi-Bus. Ich stand und Meryem saß verkehrt herum auf einem Gepäckstück. Mit 120 über Schotterstraßen hatte ich es schon schwer mein Gleichgewicht zu halten.

Der Bus hielt in Polokwane und wir mussten in einen weiteren Bus umsteigen, der uns dann weiter nach Johannesburg bringen sollte. Meryem und ich hatten ganz vorne endlich einen Sitzplatz. Der Bus war brüllend heiß, die Musik hatte Lautstärke 60 und die Geschwindigkeitsbegrenzungen waren anscheinend total egal. Wir konnten uns noch nichteinmahl unterhalten, sodass wir kurzerhand entschlossen uns einfach Ohropax in die Ohren zu stopfen, von nun an hörten wir die Musik in einer normalen Lautstärke. Nach etwa vier Stunden Fahrt machten wir eine kurze Pause. Wir mussten sehr dringend auf die Toilette. Was wir allerdings vorfanden war weniger einladend. Das was ins Klo lief, lief oben aus dem Spülkasten wieder heraus, und…. – Ach egal, schaut einfach selbst!

Nach noch einmal zwei weiteren anstrengenden Stunden sind wir in Johannesburg angekommen.

Die Straßen waren voller Menschen, Armut und man erblickte kaum ein freundliches und lächelndes Gesicht.

Plötzlich hieß es Endstation und wir waren mittendrin.

Mittendrin in Johannesburg. Mittendrin in der gefährlichsten Stadt der Welt. Mittendrin in einer Menge von Menschen. Mittendrin in Armut und Perspektivlosigkeit.

Zwei weiße Frauen verloren in einer der kriminellsten Großstädte Südafrikas. Unvorbereitet und naiv.

Der Busfahrer schaute uns irritiert an, als wir aussteigen wollten. Er fragte uns wer uns denn abholen würde und wir antworteten ihm, dass es ein Freund tut und wir ihn jetzt anrufen würden, damit er uns kommen holt. Er starrte uns entsetzt an und sagte wir sollten so lange im Auto warten, bis unser Freund kommt, denn draußen wäre es zu gefährlich. – Ermutigendes Gefühl, wenn das ein Einheimischer sagt.

Meryem und mir quälte der Hunger und wir sind nur einen Katzensprung vom Taxistand entfernt zu KFC (Fastfoodrestaurant) gegangen. Dort fühlten wir uns einigermaßen sicher. Inzwischen hatten wir erfahren, dass Dick uns nicht wie geplant abholen kann, da er im Krüger Nationalpark unterwegs ist. – Ein Schock!

Ich wusste nicht ob ich weinen oder lachen soll. Wir waren alleine, komplett alleine, noch eine knappe halbe Stunde bis die Dunkelheit hereinbrach und wir zwei waren einfach alleine. Sogar in KFC starrten uns alle an. Manche mit Blicken wie: „Uh yes Frischfleisch!“ und manche eher mitleidig wie: „Wie irre und lebensmüde können die bloß sein?!“

Wir fühlten uns unglaublich schlecht und unwohl. Furchtbar wie es sich anfühlt, wenn man wirklich Angst hat.

Wir versuchten zu handeln und riefen alle Kontakte an, die wir hier in Südafrika hatten. Und ihr werdet es nicht glauben, aber jedes dieser verdammten Handys war aus. Wir konnten nicht einen einzigen erreichen. Verzweifelt sprachen wir auf Mailboxen und schrieben Smsn. Doch keiner meldete sich. Draußen wurde es immer dunkler und wir wussten, dass sobald die Dunkelheit herein bricht, wir auf keinem sicheren Fuß mehr gehen.

Zum Glück erkannte Dick später unsere missliche Lage und versuchte jemanden zu organisieren, der uns abholt. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit schickte er uns Sylvester. Wir hatten keine Ahnung wer er war, waren aber erstmal froh in diesem ganzen Chaos jemanden gefunden zu haben, der uns endlich abholen wird. Er nannte uns einen Ort, an dem wir uns treffen würden. Und schon hatten wir das nächste Problem. Wo war dieser Treffpunkt?! Ziellos irrten wir umher. Leute liefen hinter uns her, quatschten uns voll, ….

Plötzlich ein bekanntes Gesicht. Roter Schlapphut, blaues Shirt.

Der Taxifahrer, den wir schon längst aus den Augen verloren hatten. Ich war selten so froh einen Fremden zu sehen. Auf einmal fiel jegliche Panik von mir ab. Nach einigem hin und her organisierte er einen Freund und beauftragte ihn uns zu unserem vereinbarten Treffpunkt zu begleiten. Er gab uns seine Handynummer und bat uns darum anzurufen, sobald wir gut angekommen sind. Sein Freund brachte uns sicher dort hin und kurze Zeit später holte uns Sylvester ab. Ehrleichterndes Gefühl sag ich euch! Er nahm uns mit zu sich nach Hause und es stellte sich heraus, dass er Lehrer an der Inkanyesi Waldorf Schule ist und zusammen mit zwei Freiwilligen aus Deutschland lebt.

Erst als Meryem und ich abends im Bett lagen, wurde uns wirklich bewusst in was für einer Gefahr wir waren. Heute stellte sich heraus, dass die Endstation an der wir raus gelassen wurden, im kriminellsten und gefährlichsten Stadtviertel von Johannesburg liegt. In jedem Reiseführer wird dazu geraten dieses Viertel zu meiden. Unvorstellbar wie viel Glück wir hatten, ich meine wir wussten Stunden nicht wo wir die Nacht schlafen würden geschweige denn ob uns irgendjemand da raus holt.

Nach einer traumreichen Nacht, in der ich vieles verarbeiten musste, sind wir am morgen mit den beiden Freiwilligen Felix und Stefan zur Inkanyesi Schule gegangen.

Inkanyesi Schule

Vorbei an Armut, Armut und noch mehr Armut.

Schaut einfach selbst, denn es lässt sich nicht beschreiben.

 Township AlexHier hausen ganze Familien

 

Nachmittags gab es dann das Kontrastprogramm. Wir haben einen botanischen Garten besucht. Ein absoluter Traum, schon nach nur knapp zwei Wochen Wüste eine grüne Wiese zu sehen… ein bisschen Heimat.

 

 

Soo meine Lieben, da hattet ihr eine Menge zu lesen. Wahrscheinlich sitzt der Schock noch ein wenig in den Knochen, aber macht euch bitte, bitte keine Sorgen. Trotz einiger Schwierigkeiten geht es mir hier sehr gut. Ich weiß jetzt, dass Johannesburg ganz und gar nicht meine Stadt ist und ich bin sehr froh, dass ich in einer Woche wieder in meiner roten Sandwüste lebe, fern von allem Stress und jeglicher Kriminalität. Denn da fühle ich mich wirklich wohl.

Ich vermisse euch und denke viel zu oft an euch!

 

Fühlt euch gedrückt!

Eure Lisi

 

Allerliebste Grüße auch von Meryem

 

PS: Es tut mir leid, dass es von mir nur dieses eine Rastabild gibt, aber wir haben sie heute Abend geöffnet, weil es einfach nur sehr weh tat und meine Kopfhaut sich entzündet hat.

27Sept
2011

Alles was sich zu besitzen lohnt, lohnt sich auch zu teilen!

              

                                                            

 

PS: Papa, wir fangen nach den Frühjahrsferien an zu arbeiten. Heute bekommen wir unseren Dienstplan, demnach geht es dann auch für uns am 03. Oktober richtig mit der Arbeit los! :)

25Sept
2011

Öffne der Veränderung deine Arme

 

Nach 6 Stunden mühevoller Arbeit, sind meine Rasta endlich fertig. Ihr könnt euch nicht vorstellen was das für Schmerzen sind. Nicht nur die Zöpfe so zu flechten sondern auch in der Nacht eine Position zu finden, in der man schlafen kann. Denn der komplette Kopf tut einfach nur extrem weh.

Schön ist es nicht unbedingt, aber Meryem und ich haben es hauptsächlich aus hygienischen Gründen gemacht, da wir aufgrund der Wassersituation nur einmal die Woche duschen können.

                                                                 

24Sept
2011

Probiers mal mit Gemütlichkeit...

 

Probiers mal mit Gemütlickeit,

mit Ruhe und Gemütlichkeit.

Jagst du den Alltag und die Sorgen weg.

Was soll ich woanders, wo es mir nicht gefällt?

Ich geh nicht fort hier, auch nicht für Geld!

Die Bienen summen in der Luft,

erfüllen sie mit Honig Duft,

und schaust du unter den Stein,

erblickst du Ameisen die hier gut edeihn.

Probiers mal mit Gemütlickeit,

denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir!

Hier ein paar Bilder für euch, damit ihr seht wie gemütlich wir es uns gemacht haben. Wir haben unsere Betten zusammen gestellt, denn zusammen schläft es sich halt doch besser.

Nachher, mit frischer und neuer BettwäscheIch schlafe rechts. Danke maren für den Engel!!!

Gerade bei Affen, Insekten und Spinnen.

Unser plüschiges Haustier, ziemlich mies und gefährlich

Bei diesen Bildern bin ich nur froh, dass wir zwei ein Moskitonetz haben.

Ganz einfach war es allerdings nicht, diese doofen Netze anzubringen. Da bringt man sich schnell mal in Lebensgefahr.

Unsere Sitzecke haben wir auch versucht ein wenig zu verschönern.

 Ein paar Fotos, ... - ein bisschen "zu Hause" halt !!!

 

Wir wünschen euch ein wundervolles Wochenende!

22Sept
2011

Was muss das muss...

 

Hallo ihr Lieben,

vorgestern waren Meryem und ich in der nächst größeren Stadt, in Mokopane. Wir sind mit dem Taxi-Bus dahin gefahren. Ein Kleinbus, der 13 Sitzplätze hat. Nach einer Weile Fahrt sind aber immer mehr Menschen hinzu gestiegen, so dass es schon bald etwa die doppelte Anzahl war. Die Luft war schlecht, ich hatte Meryem auf meinem Schoß. Der Busfahrer fuhr mit etwa 100 km/h über Schotter und Sandwege, die Musik die er an hatte war so laut dass wir uns kaum unterhalten konnten. - Vorbei an Ziegen, Eseln und Kühen sind wir nach etwa eineinhalb Stunden angekommen. Wir haben uns endlich Bettwäsche gekauft und natürlich Internet besorgt.

Als wir 5 Stunden später wieder zu Hause waren, wollten wir eigentlich was essen, doch dazu kam es nicht, weil plötzlich einer schrie: Somebody is bleeding!!! Wir öffneten die Tür und vor uns stand ein kleiner Junge mit den Händen voller Blut, es lief seine Wange hinunter auf sein T-Shirt und seine Schuhe. Mir wurde ganz komisch zu mute und mein Herz schlug bis zum Hals. Ich versuchte ihn zu beruhigen, während er weinend auf meinem Schoß saß. Meryem war inzwischen auf dem Weg zu den Nannys, bis die sich aber dazu aufraffen konnten zu kommen und ihr essen stehen zu lassen verging einige Zeit. Für uns stand bereits fest, dass er ins Krankenhaus muss, da die Wunde an der Wange viel zu tief ist. Nach einigem Hin und Her haben wir ein Auto organisiert bekommen, das uns ins Krankenhaus fährt. Der Kleine war mit seinen Kräften längst am Ende, rollte die Augen und lag in Meryems Armen. Als wir eilig zum Auto rannten, beschloss die Nanny noch sich umzuziehen. So etwas habe ich noch nie gesehen geschweige denn miterlebt, dass man in einer solchen Situation noch Wert auf Kleidung legt. - Eine Ansichtssache, der ich nicht viel abgewinnen kann, die wir jedoch so hinnehmen müssen.

Angekommen im Krankenhaus, wurde der Kleine mit drei Stichen genäht. Meryem und ich standen da neben. Ich hätte mitweinen können, als ich merkte wie er jeden Stich spürte und meine Hand immer fester drückte. – Trotz alledem habe ich selten einen solch tapferen Jungen erlebt. Mit fünf Jahren schon so mutig und stark...

Am Abend noch haben Meryem und ich das erste Mal geduscht. Dies ist höchstens alle drei Tage möglich, denn erstens ist das Duschen nicht unbedingt angenehm uns zweitens haben wir nicht allzu viel Wasser. Oft drehen wir den Wasserhahn auf und es kommt nichts... Jedes Mal aufs neue eine Überraschung.

Heute haben wir endlich mal Wäsche gewaschen, wie man sieht auf unsere ganz eigene Weise, denn Waschmaschinen haben wir nicht. Riechen tut es schon gut, nur ob es wirklich sauber geworden ist, ist die andere Frage. - Übung macht den Meister! ;)

Wie ihr lest haben wir viel um die Ohren, doch es geht mir wirklich gut. Ich genieße das Abenteuer und vermisse kein Stückchen Luxus, denn das Leben hier ist einfach unbeschreiblich.

20Sept
2011

Right in the middle of nowhere

Das erste Lebenszeichen für alle die, die noch nichts von mir gehört haben. – Mir geht es gut. :)

Am Freitag bin ich in Johannesburg angekommen, Dick hat mich abgeholt und wir sind gemeinsam zu der Gastfamilie gefahren, bei der Meryem schon einige Tage verbracht hat. Eine reiche Familie mit einem unglaublich großen Grundstück. Auf dem Weg dort hin sind wir durch das größte Township „Inkanyesi“ von Johannesburg gefahren. Man hat zwar schon oft von Elend und Armut gehört, es jedoch hautnah mitzuerleben ist noch mal etwas komplett anderes. Menschen leben in Häusern gebaut aus Pappkartons und Wellblech an jeder Straßenecke versuchen Menschen Dinge zu verkaufen, um wenigstens sich selbst ernähren zu können. Die Straßen sind voll von Menschen und Ziegen. Kaum eine rote Ampel wird wirklich ernst genommen.Man kann sagen, Südafrika hat zwei Gesichter. – Die Armut und der Reichtum! Es gibt keine Mittelschicht! Wir verbrachten noch bis Sonntag in Johannesburg bei der Gastfamilie, in einem reichen Viertel, wo überwiegend Weiße leben.Die Tage waren sehr schön und ein guter Start, um anzukommen und sich ein wenig einzugewöhnen.

Sonntag um 11 Uhr begann dann das wirkliche Abenteuer. Dick hat uns abgeholt und wir sind in das vier Stunden entfernte Madietane gefahren. Zunächst 3 Stunden auf der asphaltierten Autobahn und dann etwa eine gute Stunde auf Sandstraße. Der Sand rutschte unter den Autoreifen und es war merklich schwer das Auto zu fahren.

Wüste

Alles was man sah, waren Kakteen, Wüste und Berge. Irgendwann sind wir im Dorf „Lesedi“ angekommen, es war eine unglaubliche Hitze. Doch die Freundlichkeit der Dorfbewohner war überwältigend. Jeder hat uns zugewunken, jeder schrie uns „Hello, how are you?“ zu.

Überall laufen Kühe und Ziegen, im wahrsten Sinne des Wortes ein Leben wie im Märchen.

Dann waren wir da. Die Aufregung war unglaublich groß. Wir haben den Ort erreicht, in dem wir für ein ganzes Jahr leben werden.

Unser Zuhause

– Wir haben einen Raum zum Schlafen mit Luxusdusche Luxusdusche

und einen extra Raum, in dem die Küche ist.

Ich kann kaum beschreiben wie wir leben, vielleicht können es die Fotos besser ausdrücken.

Nur ein kleiner Vorgeschmack: Ein kleines Dorf in einer Wüste zwischen Bergen, riesigen Steinen und Sträuchern. Der Boden ist roter Sand. Wir sind die einzigen zwei Weißen. Wir leben mit Affen, Schlangen, Skorpionen und tausend verschiedenen Insekten. Schon am ersten Abend mussten wir eine Tarantel aus unserem Zimmer entfernen lassen. Unser Dach ist ein Stück Blech. Das Wasser ist dreckig. Unsere Betten sind Horror und wir haben keine Bettwäsche. Die Tür vom Kühlschrank steht lose davor. Alles ist dreckig, alt und rostig. Die Dusche ist ein Witz, um es nicht negativ auszudrücken. Die „Kleiderschränke“ auch. Fenster sind kaputt. Gardinen sind zerrissen und angefressen.

Es gibt nur ein Sitzklo und zwei Plumpsklos, die hier mit allen geteilt werden müssen.

 

Ich könnte das stundenlang so weiter führen, aber trotz allem ist es wunderschön. – Ernsthaft!

 

Aber ich denke man gewöhnt sich an alles, so lange es sauber ist, kann man auch in Armut leben, das haben wir herausgefunden. Denn nach vier Stunden putzen, haben wir uns langsam wohl gefühlt.

Die Lehrerinnen sind alle sehr herzlich und nett, die Kinder hängen uns wie Kletten am Hintern, sind aber genau so süß und herzlich wie alle anderen. Man kann sich nur wohl fühlen.

CocomanmilaHäkeln mit Lollistielen

 

Wenn wir Wasser trinken wollen, dann müssen wir es zunächst abkochen und dann für etwa eine Stunde in das Gefrierwach stellen, um es kalt zu bekommen.

Ich war auf alles vorbereitet und ich war auch dem bewusst was mich erwartet, doch das Leben was wir ihr führen, sprengt alle Vorstellungen. Trotzdem ist es wunderschön und ich bin unglaublich froh, dass ich diese Erfahrung machen darf und genau hier „right in the middle of nowhere“ gelandet bin!

 

Ich vermisse euch und ich hoffe ihr habt einen kleinen Einblick bekommen… Macht euch keine Sorgen, denn ich fühle mich wirklich wirklich wohl, trotz aller Umstände ist das Leben hier sehr viel herzlicher und weit weg von jeglichem Stress…

 

PS: Der Sternenhimmel ist ein Traum, so etwas habt ihr noch nie gesehen. Tausend riesige Sterne und die Milchstraße zum Anfassen.

 

Eure Lisi und Meryem

15Sept
2011

Lisa`s Abschied am Flughafen

Danke Ihr Lieben,

das ihr gekommen seid um Lisa die Abreise noch schwerer zu machen Zwinkernd!

Nein, ganz ehrlich wir haben uns sehr gefreut das ihr gekommen seid und wir wissen auch das es für Lisa sehr wichtig war!

Danke an euch, Lothar und Michaela

  

Hier beginnt nun wirklich der große Schritt in ein Abenteuer für 365 Tage (eine Ewigkeit),

Lisa auf dem Weg zum Gate, ein Weg der ihr Leben sicher bereichern und verändern wird!

15Sept
2011

I am on my way

 

Sagt allen hier ich bin unterwegs.

Denn es gibt so viel neues zu sehen.

Der Himmel ist blau, ich bin unterwegs

und ich liebe jeden kleinen Schritt.

Und die Sonne, sie strahlt,

ich bin unterwegs,

dieses Lächeln geht stehts mit mir mit.

Denn ich weiß genau, dass wir uns bald wieder sehen,

egal wie weit enfehrnt ich auch bin.

Sagt allen hier ich bin unterwegs,

neue Freunde und Orte in Sicht.

Ich schlafe ein unter den Sternen, die viel erzählen

und der Mond wacht ganz still über mich.

Sagt allen hier ich bin unterwegs!

 

Soo ihr Lieben,

heute Abend um 19.30 Uhr geht mein Flieger in Hamburg. Um 20.35 Uhr bin ich dann in Frankfurt und um 22.45 Uhr fliege ich mit dem A380 durch nach Johannesburg. Wenn alles so läuft wie geplant erreiche ich das etwa 13000 Kilometer entfehrnte Süd-Afrika morgen früh um 9.10 Uhr. Vor Ort soll ich dann abgeholt werden, per E-mail sagte man mir, dass ich Ausschau halten soll nach einem großen, farbigen Mann mit weißem Haar - sehr gute Information, wenn man bedenkt dass diese Beschreibung auf wohl tausende Männer passen könnte...

Momentan fühle ich mich als würde ich in den Urlaub fliegen, dass es aber tatsächlich ein ganzes Jahr ist habe ich noch nicht realisiert.

Der Koffer ist gepackt, ... jetzt gibt es kein zurück mehr!

Ich bedanke mich hier schoneinmal bei allen, die mir diesen Tag ermöglicht haben. Alle denen, die mir geholfen haben meinen Förderkreis aufzubauen und fleißig gespendet haben, ohne euch würde sich mein lang gehegter Traum heute nicht erfüllen! Danke für eure Unterstützung!

Vielen Dank auch für all die tollen Abschiedsgeschenke! - So kann ich wenigstens ein kleines bisschen Heimat mitnehmen! - Danke, ihr seid die Besten!

Sobald ich die Möglichkeit habe melde ich mich! Ich habe zwar keine Ahnung wann das sein wird und wie gut das Internet im Nirgendwo ist, aber ich werde mich bemühen...

Bis dahin...

Eure Lisi

06Sept
2011

Der Countdown läuft...

Yeaa mein erster Blogeintrag und dabei bin ich noch gar nicht unterwegs! ;)

Jaaa bald ist es soweit, der Abschied rückt erschreckend näher und man kann einfach nichts dagegen tun. Noch genau 10 Tage und ich steige ins Flugzeug nach Südafrika und stürze mich somit in das wohl bisher größte Abenteuer meines Lebens.

365 Tage ein Leben im Nirgendwo - wer kann das schon von sich behaupten? Naja noch kann ich klug schnacken, mal sehen was mich dort erwartet?!

Bisher habe ich das alles noch gar nicht so richtig realisiert, ich bin ja mal gespannt wann der Zeitpunkt kommt und es *klick* macht und ich tatsächlich verstehe was da Spannendes auf mich wartet?!

Die Vorbereitungen laufen auf Hochturen, in meinem Zimmer herrscht ein absolutes Chaos, aber Hauptsache man bewahrt Ruhe und redet sich ein man hätte noch alle Zeit der Welt...

HAKUNA MATATA

Eure Lisa